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Datum:  14.02.2011

Repräsentative Stichprobe: Durchschnittlicher Unterschied über alle betrachteten Fächer beträgt mit gerade einmal 0,44 auf der 15-Punkte-Skala weniger als einen halben Punkt und damit weniger als ein Sechstel einer Schulnote

Kurzbeschreibung:  Kultusministerin Marion Schick: Schülerinnen und Schüler des G8-Jahrgangs bewältigen die gemeinsame Kursstufe sehr gut -Auswirkungen auf Abiturdurchschnittsnote gehen gegen null

„Es gibt keine relevanten Unterschiede in den schulischen Leistungen in der gemeinsamen Kursstufe. Im Gegenteil: Die Schülerinnen und Schüler des G8-Jahrgangs bewältigen die gemeinsame Kursstufe sehr gut. Alle Beteiligten können deshalb aufatmen“, erklärte Kultusministerin Marion Schick am Montag (14. Februar 2011) in Stuttgart. Wie vom Landeselternbeirat angeregt, hatte das Kultusministerium beim Landesinstitut für Schulentwicklung (LS) eine Auswertung der Noten der Halbjahreszeugnisse in den Fächern Deutsch, Mathematik, Fremdsprachen und Naturwissenschaften in Auftrag gegeben. „Unsere Auswertungen zeichnen ein sehr differenziertes Bild, das sich nicht auf die Sondersituation der gemeinsamen Kursstufe zurückführen lässt, in einigen Gymnasien erzielten auch die Schüler im achtjährigen Zug die besseren Ergebnisse.“

Zeugnisnoten von knapp 7.800 Schülerinnen und Schüler ausgewertet

Insgesamt wurden die Zeugnisnoten von knapp 7.800 Schülerinnen und Schülern erhoben. Dies erfolgte anhand einer repräsentativen Stichprobe, die im Rahmen einer in Vorbereitung befindlichen Studie zum G8-/G9-Vergleich durch ein Hamburger Forschungszentrum gezogen wurde. Der durchschnittliche Unterschied über alle betrachteten Fächer beträgt mit gerade einmal 0,44 auf der 15-Punkte-Skala weniger als einen halben Notenpunkt. Zur Erläuterung: Jede Schulnote wird im Kurssystem in drei Notenpunkten aufgegliedert. 0,44 Notenpunkte sind also weniger als ein Sechstel einer klassischen Schulnote.

Die Ergebnisse der Stichprobe sind je Fach unterschiedlich. Während in Biologie keinerlei Unterschiede auftreten, sind in den anderen Fächern geringe Unterschiede feststellbar. Am größten ist die Differenz in Latein mit 0,92 Notenpunkten – allerdings auf dem hohen Niveau eines zweistelligen Notendurchschnitts. Außerdem haben weniger als vier Prozent der gesamten Schülerstichprobe Latein als Kernfach gewählt, weshalb sich mögliche Schwankungen sehr viel deutlicher im Gesamtergebnis abbilden (vgl. Anlage 1).

Auswirkungen auf Abiturdurchschnittsnote allenfalls minimal

„Die gemessene Differenz ist damit so gering, dass von einer Benachteiligung der Schülerinnen und Schüler im achtjährigen gymnasialen Bildungsgang keine Rede sein kann. Der Einfluss dieser Schwankung auf das Gesamtergebnis der Abiturdurchschnittsnoten der Schülerinnen und Schüler geht gegen null“, betonte Schick. „Sogar wenn man unterstellt, dass sich die Leistungen des G8-Schülers erst ab dem 3. Kurshalbjahr angleichen, werden in der Regel die Differenzen ohne Einfluss auf die Durchschnittsnote des Abiturzeugnisses bleiben“, erklärte die Ministerin. Es sei noch ausreichend Zeit, die Schülerinnen und Schüler mit individuellen Fördermaßnahmen gezielt zu unterstützen.

Die Stichprobe zeige auch, dass es zum Beispiel in Mathematik, Französisch, Chemie und Physik auch Schulen gibt, an denen die G 8-Schülerinnen und Schüler im Schulschnitt höhere Leistungen erzielen. Dies sei ein weiterer Beleg dafür, dass etwaige Notendifferenzen nicht auf die gemeinsame Kursstufe zurückzuführen seien, erläuterte Schick. Die Unterschiede bewegten sich im Rahmen der üblichen Schwankungen zwischen den Abitur-Jahrgängen (vgl. Anlagen 1, 2).

Individuelle Begleitung ist Aufgabe der Schule

„Die Schulen haben in der Mehrzahl bereits – wo notwendig – für ihre Schülerinnen und Schüler geeignete Fördermaßnahmen eingeleitet. Es ist Aufgabe der Schule, hier passgenaue Lösungen zu entwickeln“, erklärte Schick. „Die Lehrerinnen und Lehrer vor Ort kennen ihre Schülerinnen und Schüler und wissen, wie sie jeden einzeln am Besten fördern können.“

Das Beratungsteam des Ministeriums werde die wenigen Schulen mit auffälligeren Leistungsunterschieden mit zusätzlichen Beratungs- und Coachingangeboten unterstützen und gemeinsam mit den Schulen Fördermaßnahmen auf den Weg bringen.

Persönliche Gespräche mit 100 der insgesamt rund 400 Gymnasien

Parallel hatten sich Ministerin Schick, Staatssekretär Georg Wacker sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kultusministeriums und der Schulaufsicht persönlich an 100 der insgesamt rund 400 Gymnasien im Land auf Grundlage eines standardisierten Fragebogens ein Bild gemacht von der Umsetzung der gemeinsamen Kursstufe. „Es war mir wichtig zu wissen, wie die Umsetzung an den Schulen gelingt, und ob ggf. Handlungsbedarf besteht und weitere Unterstützungsmaßnahmen notwendig sind“, erklärte Schick. Auch die Auswertung der standardisierten Fragebögen ergab, dass sich Abweichungen allenfalls in engen Grenzen bewegen. Nur in ein bis drei Prozent von geschätzt 800 Kursen meldeten die Schulen minimale Differenzen zugunsten des neunjährigen Jahrgangs. Bei den Gesprächen habe sich gezeigt, dass die gemeinsame Kursstufe umso besser gelingt, je frühzeitiger, intensiver und nachhaltiger die Schule Schüler und Eltern in die Vorbereitung der gemeinsamen Kursstufe eingebunden hat, erläuterte Schick.

„Nichtsdestotrotz werden wir auch weiterhin ganz genau hinschauen und die gemeinsame Kursstufe mit einem umfassenden und konsequenten Monitoring bis zum Abitur 2012 begleiten“, versicherte Schick. Darüber hinaus beinhalte das Monitoring-Konzept eine Längsschnittuntersuchung im Vorfeld der geplanten Weiterentwicklung der Bildungspläne 2014, fokussiert auf die Leitfrage „Was ist guter gymnasialer Unterricht?“


Den Bericht des Landesinstituts für Schulentwicklung (LS) zur Auswertung der Erhebung finden Sie unter www.kultusportal-bw.de/servlet/PB/menu/1282515/.




Anlage 1:
Notenauswertung durch das Landesinstitut für Schulentwicklung (LS) anhand der Halbjahreszeugnisse




Anlage 2:
Übersicht Ergebnisse der schriftlichen Abiturprüfung in den Kernfächern
Deutsch, Englisch, Mathematik in den Jahren 2004-2010






 

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