Datum: 02.02.2011
Kultusstaatssekretär Georg Wacker: Erfolgreiches Jugendbegleiter-Programm geht gestärkt in Regelphase
Kurzbeschreibung: Öffnung für berufliche Schulen / Stärkung der Eigenständigkeit der Schulen durch Gesamtbudget
Kultusstaatssekretär Georg Wacker MdL zog am Mittwoch (2. Februar 2011) in Stuttgart ein positives Fazit nach Abschluss der Modellphase des Jugendbegleiter-Programms. „Wir haben es geschafft, die Schulen für das gesellschaftliche Umfeld zu öffnen und die Bildungslandschaft mit Jugendbegleitern zu bereichern. Dies ist ein weiterer Beleg für die Bereitschaft der Bürgerinnen und Bürger Baden-Württembergs zu ehrenamtlichem Engagement. Deshalb stärkt die Landesregierung das Programm auf dem Weg in die Regelphase zum neuen Schuljahr und setzt auf einen weiteren Ausbau“, erklärte Wacker. Am Vortag hatte er im Kabinett einen Bericht zur Modellphase des Programms vorgestellt. Ehrenamtliche Betreuungsangebote seien eine wichtige Ergänzung des Unterrichts an öffentlichen Schulen, da sie ein breites Spektrum an zusätzlichen Angeboten für Schülerinnen und Schüler eröffneten, so Wacker.
„Ab dem Schuljahr 2011/12 können erstmals die beruflichen Schulen in das Programm einsteigen. Somit profitieren die Schülerinnen und Schüler aller Schularten von Jugendbegleitern“, sagte Wacker. Bisher beteiligten sich nur allgemein bildende Schulen am Programm. Verschiedene Mittel, die bisher von den Schulen getrennt beantragt und abgerechnet werden mussten, werden jetzt in einem Gesamtbudget gebündelt. Damit stehen künftig jeder Schule im Programm automatisch Mittel für Qualifizierungen und Koordinierung zur Verfügung. Die Verwaltung für die Schulen wird dadurch vereinfacht. „Wir stärken so die Eigenständigkeit der Schulen bei der Programmverwaltung und der Schwerpunktsetzung“, so Wacker. Ein klares Zeichen an die Verbände sei das neue Kooperationsbudget im Umfang von bis zu 1.500 Euro, das Schulen für ihre Zusammenarbeit mit gemeinnützigen Vereinen und Organisationen erhalten können.
Da das Programm an vielen Schulen stark ausgebaut wurde, werden die Kategorien zur Einstufung der Fördermittel weiter differenziert und um weitere Kategorien für Schulen mit 41 bis 60 und mit über 60 Jugendbegleiter-Stunden pro Woche ergänzt. Die Schulen erhalten, abhängig von der Zahl der wöchentlichen Jugendbegleiter-Stunden, ein Förderbudget zwischen 2.500 und 7.000 Euro, das mit dem Kooperationsbudget auf bis zu 8.500 Euro anwachsen kann. Bislang erhielten Schulen in der höchsten der drei Einstufungen 5.000 Euro bei einem Angebot von mehr als 40 Jugendbegleiter-Stunden pro Woche. Zugleich kann an Schulen ab 21 Jugendbegleiter-Stunden wie bisher eine Lehrkraft mit einer Deputatsstunde für die Programmverwaltung eingesetzt werden.
Infos an die Redaktionen:
Im Schuljahr 2009/10 machten 15.001 Jugendbegleiter in Baden-Württemberg an 1.003 Schulen Bildungs- und Betreuungsangebote im Umfang von 25.777 Stunden pro Woche. Im Schuljahr 2010/11 beteiligen sich 1.272 Schulen am Programm. Das Programm wurde von Seiten des Landes 2009 mit 5,65 Millionen Euro unterstützt. 2010 waren es rund acht Millionen Euro.
Das Jugendbegleiter-Programm wurde von Anfang an umfassend evaluiert. Neben den jährlichen Befragungen aller Schulen im Programm gab es Anfang 2009 eine Direktbefragung von Jugendbegleitern durch das Institut für angewandte Sozialwissenschaften (IfaS) in Stuttgart sowie Anfang 2010 eine Evaluation zu den Netzwerkstrukturen von Schulen im Jugendbegleiter-Programm, die vom IfaS in Zusammenarbeit mit der Jugendstiftung durchgeführt wurde. Die Evaluationen haben die hohe Zufriedenheit der Programmbeteiligten belegt.
Kategorien zur Einstufung der Fördermittel:
Bisherige Regelung:
- 4-10 Std.: 2.000 €
- 11-40 Std.: 4.000 €
- ab 41 Std.: 5.000 €
plus zusätzlich zu beantragende Mittel u.a. für Jugendbegleiter-Manager
Neue Regelung:
Grundbudget Kooperationsbudget Summe
4-10 Std.: 2.500 € 500 € 3.000 €
11-20 Std.: 4.500 € 500 € 5.000 €
21-40 Std.: 5.000 € 1.000 € 6.000 €
41-60 Std.: 6.000 € 1.500 € 7.500 €
ab 61 Std.: 7.000 € 1.500 € 8.500 €
Weitere Informationen unter www.jugendbegleiter.de

