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Datum:  20.01.2011

Kultusministerium hat bislang keine belastbaren Hinweise auf flächendeckende Leistungsunterschiede in der gemeinsamen Kursstufe

Kurzbeschreibung:  Ministerin Marion Schick: Wir nehmen die Klagen und Sorgen ernst und werden deshalb die Halbjahresinformationen intensiv auswerten

„Wir stehen im Wort, dass die G8-Schüler die gleichen Chancen haben wie ihre Mitschüler. Deshalb nehme ich die vom Landeselternbeirat beklagten Leistungsunterschiede zwischen Schülerinnen und Schülern des acht- und des neunjährigen Gymnasialzuges sehr ernst. Aus diesem Grund werden wir die Zeugnisse zum Kurshalbjahr, die um den 1. Februar ausgegeben werden, intensiv auswerten, um zu überprüfen, ob Handlungsbedarf besteht. Sollte dies der Fall sein, werden wir zusätzliche Unterstützungsmaßnahmen anbieten.“ Das kündigte Kultusministerin Marion Schick am Donnertsag (20. Januar 2011) in Stuttgart an. Gleichwohl hob die Ministerin hervor, dass dem Kultusministerium bislang keinerlei Erkenntnisse vorlägen, wonach es flächendeckend Leistungsunterschiede in der gemeinsamen Kursstufe gäbe. „Wir stehen im engen Austausch mit den Schulen. Die bisher erhaltenen Rückmeldungen zeichnen vielmehr ein differenziertes Bild, das sich nicht auf die Sondersituation der gemeinsamen Kursstufe zurückführen lässt, in einigen Gymnasien erzielten sogar die Schüler im achtjährigen Zug bessere Ergebnisse.“

Schick kündigte an, die Schulen weiterhin konsequent mit einem verlässlichen Monitoring zu begleiten. „In einem ersten Schritt geht es nun darum, dass zunächst die Schulen vor Ort die Ergebnisse genau beobachten und die Lehrerinnen und Lehrer klären, ob es sich nicht um individuelle Leistungsunterschiede handelt, die es immer gibt. Wo Unterschiede auftreten, erwarte ich, dass die Lehrerinnen und Lehrer das bereits bestehende vielfältige Instrumentarium nutzen, um die leistungsschwächeren Schüler zu fördern.“ In diesem Zusammenhang verwies die Ministerin u.a. auf die zur Verfügung stehenden Ressourcen der Schulen für die Hausaufgabenbetreuung, die gezielt auch für Fördermaßnahmen in der gemeinsamen Kursstufe eingesetzt werden könnten. Darüber hinaus erklärte Ministerin Schick, sie werde bei dem Thema auch das Gespräch mit dem Landeselternbeirat suchen, an dessen Sitzung sie am 16. Februar teilnehmen wird.

Das Kultusministerium hat in diesem Zusammenhang auch die bisherigen Erfahrungen in anderen Bundesländern wie dem Saarland oder Sachsen-Anhalt und die Erfahrungen der drei vorgezogenen Modellschulen (siehe Anlage) in Baden-Württemberg ausgewertet. Die Befunde zeigten keinerlei relevanten Unterschiede zwischen den G8- und G9-Schülerinnen und Schülern. So lag bspw. der Abiturschnitt 2009 im Saarland im G8-Zug bei 2,48 und im G9-Zug bei 2,47. Sachsen-Anhalt, das 2007 als erstes Land die gemeinsame Kursstufe zum Abitur führte, erzielte einen Gesamtschnitt von 2,45 (13. Schuljahrgang: 2,43 und 12. Schuljahrgang: 2,47). „Diese Ergebnisse bestätigen uns in der Zuversicht, dass es in der Gesamtschau keine relevanten Unterschiede gibt.“


Anlage:

Abiturschnitte der drei Modellschulen in Baden-Württemberg

 


 

 

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