Gesamtbildungskonzept aus dem Bündnis für die Jugend
Hintergrund
Die Erstellung des Gesamtbildungskonzepts erfolgt im Rahmen eines Bündnisses, das zwischen dem Land Baden-Württemberg und fünf Jugendverbänden am 26. Juli 2007 geschlossen wurde. Das "Bündnis für die Jugend" würdigt auf der Grundlage der Landesverfassung den Eigenwert von außerschulischer Kinder- und Jugendarbeit im Land. Die Bündnispartner verpflichten sich, gemeinsam dafür Sorge zu tragen, "dass Kinder und Jugendliche gute Bedingungen für ein Aufwachsen in Baden-Württemberg vorfinden."
Insgesamt werden vier zentrale Entwicklungsbereiche der außerschulischen Kinder- und Jugendarbeit benannt:
- Ganztagesbildung - Gesamtbildungskonzept
- Demografischer Wandel und Partizipation der jüngeren Generationen an der Gesamtgesellschaft
- Integration von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund
- Unterstützung von Jugendlichen mit Benachteiligungen und Behinderungen
Für das Gesamtbildungskonzept aus dem Bündnis für die Jugend ist das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport verantwortlich, für den Punkt Demografischer Wandel / Partizipation das Staatsministerium, und für die Bereiche Integration und Unterstützung Jugendlicher mit Benachteiligung oder Behinderung das Ministerium für Arbeit und Soziales.
Weiterhin garantiert das Land Baden-Württemberg im Rahmen der Bündnisvereinbarung der Jugendarbeit finanzielle Planungssicherheit für die laufende Legislaturperiode.
Der Bündnistext gibt den Rahmen für die Entwicklung eines Gesamtbildungskonzeptes vor und zeigt dessen Perspektiven auf. Daher soll im Folgenden der entsprechende Textausschnitt dargestellt werden:
Auszug aus dem Bündnis für die Jugend, das Gesamtbildungskonzept betreffend:
"§ 1 Ganztagsbildung - Gesamtbildungskonzept
1. Einführung:
Die Kinder- und Jugendarbeit vertritt ein Konzept von „Ganztagesbildung“, das in Erweiterung der Begriffe „Ganztagesschule“ oder „Ganztagesbetreuung“ auch alternative Bildungsorte wie z.B. Familie und Jugendarbeit einschließt, ebenso wie die Unterstützung junger Menschen bei ihrer Lebensbewältigung. Das Bildungsverständnis der Kinder- und Jugendarbeit geht also weit über das Lernen im Sinne eines reinen Wissenserwerbs hinaus. Es umfasst die Förderung und Entwicklung vielfältiger Kompetenzen und Fähigkeiten, die neben einer soliden Schul- und Berufsbildung entscheidend wichtig sind für die Persönlichkeitsentwicklung und die Mitgestaltung in der Gesellschaft.
Die Bildungsleistungen der Kinder- und Jugendarbeit wurden im Rahmen der vom Kultusministerium initiierten und geförderten „Offensive Jugendbildung“ eindrücklich belegt und dokumentiert. Diese Ergebnisse bilden aus Sicht der Jugendarbeit eine gute Grundlage für die Entwicklung eines integrierten Gesamtbildungskonzeptes, das die Bildungsleistungen der unterschiedlichen Träger berücksichtigt.
2. Perspektiven:
- Die politisch Verantwortlichen wie auch die unterschiedlichen Bildungsträger in Baden-Württemberg sind Teil eines gemeinsam entwickelten Gesamtbildungskonzeptes. Darin sind die Beiträge der einzelnen Bildungspartner in ihrer Bedeutung gewürdigt. Dies bildet die Basis für eine gleichberechtigte Kooperation.
- Das Gesamtkonzept schafft den Rahmen für kommunale Bildungspartnerschaften und eine kommunale Bildungsplanung, die in der gemeinsamen Verantwortung aller Träger vor Ort liegt.
- Die Bildungsdiskussion in Baden-Württemberg wird nicht unter dem Kriterium der Verwertbarkeit und hinsichtlich formaler Bildungsprozesse, sondern als ganzheitlicher Prozess der Entwicklung von Persönlichkeit geführt.
3. Handlungsstrategien:
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Unterstützung der Kinder- und Jugendarbeit bei der Evaluation und Weiterentwicklung ihrer Bildungsleistungen durch Modellprojekte (Erforschung informeller Bildungsprozesse, Qualitätsentwicklungsprojekte etc.).
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Abschluss einer Rahmenvereinbarung zur Kooperation von Jugendarbeit und Schule zwischen der Landesregierung und den Landesorganisationen der Kinder- und Jugendarbeit. Diese sichert insbesondere das erweiterte Bildungsverständnis und die Prinzipien ab.
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Angestrebt wird die Schaffung zusätzlicher Bildungsreferent/innenstellen in der Kinder- und Jugendarbeit im Rahmen der Ganztagsbildung."
Die Laufzeit des Bündnisses für die Jugend endet am 31.12.2011. Der Abschluss der Arbeiten am Gesamtbildungskonzept ist ebenfalls für 2011 vorgesehen.



