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Kooperation mit Partnern: Neue Wege gehen – im Bildungshaus Hohenacker in Waiblingen

Die Lindenschule Hohenacker kooperiert mit drei Kindergärten – verschiedenen Trägern, unterschiedlichen Rahmenbedingungen und Konzepten. Es gibt kein gemeinsames Gebäude. Das Bildungshaus Hohenacker ist ein rein virtuelles Haus mit vier verschiedenen Standorten. Die Entfernungen zwischen den einzelnen Einrichtungen sind vor allem für kleinere Kindergartenkinder ein Problem und für die Erwachsenen eine große Herausforderung.

Beteiligt sind an dem Projekt derzeit 27 Lehrerinnen und Lehrer, 25 Erzieherinnen sowie 13 Schulklassen und neun Kindergartengruppen. Die Zusammenarbeit sollte sich von Anfang an auf die gesamte Altersgruppe der Drei- bis Zehnjährigen erstrecken. Wo es möglich ist, werden auch jüngere oder ältere Kinder beteiligt.

Das Bildungshaus Hohenacker ist kein schlüsselfertiges Haus, das einfach bezogen und bewohnt werden kann. Es will geplant sein und muss dann Stein für Stein gebaut werden. Viele Mitarbeitende kannten sich bis zu Projektbeginn überhaupt nicht und sollten plötzlich miteinander kooperieren. Eine klare Planungs- und Entscheidungsstruktur war erforderlich. Entscheidend war, dass der Orientierungsplan für die Kindergärten und der Bildungsplan für die Grundschule gemeinsam umgesetzt werden. Außerdem sollte eine begleitete und weitgehend bruchlose Bildungsbiographie der Kinder gesichert sein. Im Herbst 2007 veranstaltete das Bildungshaus eine gemeinsame "Hohenacker Rallye“ mit allen Erzieherinnen und Lehrkräften. In drei Veranstaltungen erarbeiteten diese zusammen mit den Elternvertreterinnen und -vertretern ihre Vorstellungen vom Bildungshaus.Auch die Kinder brachten ihre Ideen ein. Alle Ergebnisse wurden im Juni 2008 bei der Grundsteinlegung in den Sockel des Modellhauses gelegt. Wichtig für das Kennenlernen waren gemeinsame Aktivitäten mit den Kindern sowie gegenseitige Besuche und Hospitationen innerhalb der Partnerteams.

Erste Strukturen

Das Leitungsteam koordiniert alle Aufgaben und Aktivitäten. Für Beschlüsse benötigt es Einstimmigkeit. Im Team vertreten sind je ein oder zwei Leiterinnen und Leiter der drei Kindergärten, der Schule und des Horts. Thementeams klären, wie ihr Thema sinnvoll umgesetzt werden kann und welche Rahmenbedingungen dazu notwendig sind. Aktuell arbeiten folgende Thementeams:

  • Forschen und Entdecken;
  • Sprache und Sprechen;
  • Gestalten und Drucken;
  • Bewegung und Rhythmus;
  • Werken und Technik.

Die Bildungshauspartnerteams wurden im Schuljahr 2008/2009 umstrukturiert. Jedem Kindergarten sind je nach Größe verschiedene Klassen zugeordnet: ein oder zwei Schulanfangsklassen, ein oder zwei altersgemischte Klassen 3/4 und eine der jetzt auslaufenden Jahrgangsklassen 4. Zwischen den Partnerteams soll eine vertrauensvolle, langfristige Bindung entstehen – unter den Erwachsenen und auch unter den Kindern. Alle Partner können im Rahmen des Gesamtkonzepts eigenständig kooperieren und gemeinsam lernen.

Gemeinsame Beobachtungssysteme vereinbaren

Eine der wichtigsten Zielsetzungen des Bildungshauses ist, die Entwicklung eines Kindes in enger Kooperation mit den Eltern zu begleiten, Stärken und Schwächen zu erkennen und, ausgehend von den Interessen des Kindes, individuelle und gezielte Angebote bereitzustellen. Dies bedeutet, die Kinder stärker in den Blick zu nehmen – und zwar pädagogisches Fachpersonal gemeinsam mit den Eltern. Das heißt aber auch, sich auf Instrumente zu einigen, die der Beobachtung, der Dokumentation sowie der Förderung dienen.

Planung des zweiten Bildungsjahres

Im laufenden Schuljahr ist Mittwoch der Haupt-Bildungshaus-Tag. An dem bewährten Rhythmikprojekt nehmen jeweils die Hälfte einer Schuleingangsklasse und die Hälfte der Vier- bis Sechsjährigen des Partnerkindergartens teil. Parallel wird den übrigen Kindern dieser Klasse und des Kindergartens gemeinsame Bewegung in der Gemeindehalle angeboten. Gleichzeitig unterstützt eine Lehrerin andere Partnerteams bei ihren Projekten. Nach interner Vereinbarung führen die Partnerteams auch an den anderen Wochentagen gemeinsame Begegnungen und Projekte durch. Das Entwickeln und Fertigstellen der Beobachtungssysteme Bildungsschritte und Kompetenzentwicklungspläne soll im Schuljahr 2008/2009 abgeschlossen werden. Außerdem wurden im Juli 2008 alle Lehr- und Erziehungskräfte mit den Bildungs- und Lerngeschichten nach Margarete Carr vertraut gemacht, um sich jetzt intensiv mit dem Beobachtungssystem auseinanderzusetzen. Man plant, einen Forscherraum im neuen Hortgebäude einzurichten und eine Bewegungslandschaft bei der Gemeindehalle aufzubauen. Beide Projekte werden voraussichtlich im Schuljahr 2008/2009 fertiggestellt sein. Auch die Stadtbücherei beteiligt sich an einem Projekt des Bildungshauses: "Komm mit – das ist der Hit – Bücher machen fit“. Es findet im Rahmen des Waiblinger "Orientierungsplan plus“ statt.

Fazit: Das Bildungshaus Hohenacker – eine lernende Einheit

Kinder aus Kindergarten und Schule begegneten sich stets ungezwungen und wie selbstverständlich im Bildungshaus. Und das macht auch Erwachsenen Mut. Als lernende Einheit sind alle Beteiligten – Lehrkräfte, Erzieherinnen, Eltern und Kinder – auf dem besten Wege, ein stabiles Bildungshaus zu entwerfen und zu bauen.

Autor: Lindenschule Hohenacker Waiblingen

Weitere Informationen unter: lindenschule@hohenacker.schule.bwl.de