Die Helene-Lange-Schule Mannheim auf Umweltkurs – der lange Weg zu bewusstem ökologischen Handeln
Die Helene-Lange-Schule Mannheim ist eine berufliche Schule des hauswirtschaftlich-sozialpädagogischen Typs. In der Außenstelle Fröbelseminar werden Erzieherinnen und Erzieher ausgebildet. Die Stammschule aus rotem Backstein wurde von 1928 bis 1930 erbaut und steht teilweise unter Denkmalschutz. Sie wurde von 1983 bis 1994 unter Berücksichtigung Energie sparender Maßnahmen generalsaniert. Im Schuljahr 2008/2009 besuchen 1.080 Schülerinnen und Schüler die Schule.
Das Kollegium der Schule sah in der Beteiligung an dem Projekt "Schule auf Umweltkurs“ des Umweltministeriums mit Unterstützung des Kultusministeriums eine Chance, seinen Schülerinnen und Schülern den Gedanken des aktiven Umweltschutzes näher zu bringen und mit ihnen gemeinsam ein Umweltmanagementsystem zu entwickeln. Die Zertifizierung durch ein unabhängiges Gutachten im Jahre 2005 war ein erster Höhepunkt dieser Arbeit. Jetzt, 2008, soll das Umweltmanagementsystem neu begutachtet und bewertet werden.
Das Konzept – ein Umweltmanagementsystem
Ein System kann nur dann funktionieren, wenn bekannt ist, wie, und an wen man sich mit seinem Anliegen wenden kann. Deshalb wurden an der Schule Verantwortungen und Aufgaben festgelegt. Die Arbeit mit den Jugendlichen sollte dabei den Schwerpunkt des Öko-Audits bilden. Um Ansprechpartnerinnen und -partner in den Klassen zu haben, wählen die Lernenden zu Schuljahresbeginn mindestens zwei Öko-Sprecherinnen beziehungsweise -sprecher. Diese nehmen an der mindestens zweimonatlichen Versammlung teil und wählen aus ihrer Mitte zwei oder mehrere Teilnehmende für das Umweltteam. Komplettiert wird das Team mit interessierten Lehrkräften, dem Schulbeauftragten für Umweltmanagement und Umwelt und dem Hausmeister. Inzwischen hat sich die Wahl von Öko-Sprecherinnen und -sprechern gut in den Jahresablauf integriert und die meisten Klassen beteiligen sich mit ihnen an der Arbeit des Umweltteams. Das Team hat in den vergangenen Jahren mehrere Projekte umgesetzt. Um die Öko-Bilanz zu verbessern, werden kontinuierlich Daten über den Ressourcenverbrauch gesammelt, vor allem über Strom, Wasser, Heizung und das Müllaufkommen. Die Daten werden ausgewertet und Verbesserungsmöglichkeiten werden geprüft. Kleine Schritte zwar, aber sie müssen immer wieder neu bewusst gemacht werden. Das Umweltteam kümmert sich auch um den Außenbereich der Schule. So wurde ein "Grünes Klassenzimmer“ im Garten der Schule errichtet. Im Sommer kann hier in freier Natur, dennoch geschützt, unterrichtet werden. Die projektbeteiligten Schülerinnen und Schüler erhalten bei ihrem Ausscheiden aus der Schule als Anerkennung ein Zertifikat. Diese Urkunde bescheinigt ihre kommunikativen, sozialen und ökologischen Kompetenzen. Die oder der Umweltbeauftragte der Schule hat viele Aufgaben: Daten verwalten, das Umweltteam zu Versammlungen einladen und vor allem darauf zu achten, dass die Verbesserungsvorschläge und Aktivitäten der Lernenden unterstützt und umgesetzt werden. Im Einzelnen sind das: Umgang mit Licht (Ausschalten bei Verlassen der Zimmer), Öffnen der Fenster im Winter (Heizkostenminimierung), Mülltrennung und das Sammeln gebrauchter CDs und Tonerkartuschen. Schülerinnen und Schüler und auch Lehrkräfte benötigen ab und an Erinnerungshilfen. So erhielten die Lichtschalter in den Klassenräumen gelbe Aufkleber, die daran erinnern, dass bewusster Umgang mit Licht Strom sparen kann. Ein erster Erfolg zu Projektbeginn war die Einführung von Öko-Papier für die Kopierer. Es wird darauf geachtet, dass möglichst doppelseitig kopiert wird. Nicht zuletzt informieren sich die Lernenden bei verschiedenen Institutionen über Umweltschutzthemen.
Kurzer Überblick über das Umweltmanagementsystem
Zum Umweltmanagementsystem gehören folgende Funktionsträger: Die Schulleitung vertritt die Helene-Lange-Schule in Umweltschutzfragen nach außen. Darüber hinaus bestimmt sie den Umweltmanagementbeauftragten zur Interessenvertretung im Öko-Team. An der Helene-Lange-Schule ist dies zurzeit der stellvertretende Schulleiter. Die oder der Umweltbeauftragte der Schule koordiniert die Gruppen und lenkt ihre Aktivitäten. Das Umweltteam erklärt den Klassen das System und sorgt dafür, dass diese das System verstehen und einhalten. Alle Lehrkräfte haben darauf zu achten, dass die Regeln des Managementsystems beachtet werden. Zudem werden im Unterricht umweltrelevante Themen behandelt. Im hauswirtschaftlichen Bereich wird vor allem Wert auf gesunde und biologisch wertvolle Ernährung gelegt. Bei Anschaffungen werden generell ökologische Aspekte berücksichtigt und speziell bei Elektrogeräten die höchste Energieeffizienzklasse gewählt. Die Verwaltungsmitarbeiterinnen gewährleisten die umweltgerechte Beschaffung des benötigten Materials. Über das Einhalten der gesetzlich vorgeschriebenen Vorschriften wachen die Beauftragten für Sicherheit, Strahlenschutz und Brandschutz sowie die Ersthelferinnen oder -helfer.
Autoren: Karl Kraus, Dr. Peter Bellemann, Helene-Lange-Schule Mannheim.
Weitere Informationen unter:
www.mannheimer-schulen.de/hls/

