SCHULPROJEKT
Klösterleschule Schwäbisch Gmünd (Grundschule)
Die Klösterleschule ist die größte Innenstadt-Grundschule in Schwäbisch Gmünd. 430 Schülerinnen und Schüler aus etwa 20 Nationen besuchen diese Schule, die seit dem Schuljahr 2005/2006 eine Offene Ganztagesschule ist. Bereits vor drei Jahren wurde der Weg zu einer Ganztagesschule geebnet, da der Bedarf stetig anwuchs und die bisherige Kernzeitbetreuung nicht mehr ausreichte. Gleichzeitig arbeitete die Klösterleschule daran, als Erprobungsschule die neuen Bildungspläne effizient umzusetzen. Eine veränderte Organisation des Schultages und der Schulwoche sorgt nun für Rhythmisierung und ermöglicht Teamarbeit. Die Räume für die Ganztagesschule wurden mit Mitteln aus dem IZBB-Programm (Investitionsprogramm des Bundes "Zukunft, Bildung und Betreuung") finanziert. Personell wird die Ganztagesschule von zwei Erzieherinnen unterstützt, die die Kinder von 7 Uhr bis 8 Uhr sowie von 10.55 Uhr bis 16 Uhr betreuen.
Nach einem ersten Unterrichtsblock findet um 9.30 Uhr ein gemeinsames Frühstück im Klassenzimmer statt, dem sich die große Hofpause bis 10 Uhr anschließt. Alle Klassen sind mit Bewegungskisten ausgestattet, deren Inhalt für die Pause ausgeliehen werden kann. An drei Tagen in der Woche besteht darüber hinaus die Möglichkeit, in der Halle Fußball zu spielen.
Der zweite Unterrichtsblock wird von einer individuell einzusetzenden Bewegungspause unterbrochen. Um 12.30 Uhr endet der Unterrichtsvormittag. Kinder, die nach dem Unterricht keine Betreuungsmöglichkeit haben, bleiben über Mittag in der Schule und können in der Mensa ein warmes Mittagessen zu sich nehmen.
Die zusätzliche Förderung in spezifischen Lernbereichen findet in der Regel parallel zum Unterricht in kleinen klassenübergreifenden Gruppen statt. Geplant ist, ein Fördercurriculum zu erstellen, das über die differenzierenden Angebote im Klassenunterricht hinausgeht. Bei diesen Angeboten werden auch die besonders begabten Kinder berücksichtigt.
Ab Klasse 2 haben die Kinder an einem Nachmittag Unterricht. Für Kinder mit nichtdeutscher Muttersprache werden Sprachkurse angeboten. Zudem findet jeden Tag eine Hausaufgaben-Hilfe statt und Spiel, Sport und Bewegung ist von Montag bis Donnerstag zusätzlich zum Sportunterricht möglich. Leichtathletik, Schwimmen, Ballspiele und der Zirkus "Sternschnuppe" sind sehr beliebt. Um eine Kletter-AG anbieten zu können, machte eine der Lehrerinnen eigens den Kletterschein. Auch eine Mini-Handballgruppe gibt es an der Klösterleschule in Schwäbisch Gmünd. Bücher werden zum Leben erweckt, es werden Laubsägearbeiten gemacht und Theater gespielt, eine Schulzeitung erstellt, es wird gesungen und musiziert. Durch die Kooperation mit der städtischen Musikschule haben die Kinder die Möglichkeit, ein Instrument zu erlernen. Einmal in der Woche ist eine Pfadfindergruppe im Haus und am Mittwochnachmittag ist Zeit für Eltern-Ateliers. Hier bieten Eltern meist für die Kinder ihrer Klasse unterschiedlichste Aktivitäten an. Da wird gebacken, gelesen und gebastelt. Alle Kinder können sich für die zusätzlichen Angebote anmelden, an denen sie gerne teilnehmen möchten. Um ein „klientenfreundliches“ Angebot machen zu können, werden die Wünsche der Kinder in einer Umfrage gesammelt. Die Schule bemüht sich dann um Experten. Das sind in der Regel Lehrkräfte der Schule, bisweilen aber auch ehrenamtliche Mitarbeiter.
Die Erziehung zum demokratischen Handeln ist ein Ziel des Schulcurriculums. Gewählte Abgeordnete der Klassen 2 bis 4, ab Ostern 2006 auch ab Klasse 1, treffen sich in regelmäßigen Abständen in der Kinderkonferenz. Geleitet von einer Lehrerin diskutieren Kinder über Belange, die im Klassenrat zur Sprache kommen. Ausgehend von diesem Gremium wird nun eine "Schutzengeltruppe" ins Leben gerufen werden, die sich derjenigen Kinder annehmen wird, die sich nicht an vereinbarte Regeln halten können.
Um das Gemeinschaftserleben zu stärken versammeln sich die Kinder aller Klassen vor jedem Ferienabschnitt in der Turnhalle zur Schulversammlung und führen einander vor, was sie in der vergangenen Zeit gelernt haben. Da wird gesungen, meistens auf Englisch, getanzt und vorgelesen. Da wird Theater gespielt, Gedichte werden vorgetragen und manchmal auch ein interessantes Referat gehalten. So haben die Kinder ein aufmerksames Publikum und erhalten mit viel Applaus eine Würdigung ihrer Arbeit.
Die kleinen Künstler der Klösterleschule führen im März 2006 einem großen Publikum vor, was sie alles können.
Die Klösterleschule öffnet sich auch für Kinder anderer Grundschulen. Am Ende der Sommerferien und an zwei bis drei Wochenenden während des Schuljahres finden Workshops für besonders interessierte und begabte Kinder statt. Um zu erfahren wie sich das interessegesteuerte Arbeiten in selbst gewählten Projekten auf das Lernen und die Motivation auswirkt, beteiligen sich die vierten Klassen an einer Studie des Transferszentrums für Neurowissenschaften und Lernen (ZNL) in Ulm.
Kontakt:
Klösterleschule
Schulstraße 1
73525 Schwäbisch Gmünd
Telefon: 07171 62234
E-Mail: KloesterleGS@t-online.de

