Datum: 26.01.2006
Lehrereinstellung online 2006: Die Stellenausschreibung an den Schulen wird erstmals zum "Hauptverfahren"
Kurzbeschreibung: Gute Einstellungschancen für Lehrer
Damit stellt sich die Schulverwaltung erneut der Herausforderung, die Schulen mit qualifizierten Lehrkräften zu versorgen.
Dezentrale Lehrereinstellung wird Hauptverfahren
Das schulbezogene Ausschreibungsverfahren wird nochmals weiter ausgebaut. Für das kommende Einstellungsverfahren können 50 % der Stellen für die Sommereinstellung in allen Schularten von Schulen ausgeschrieben werden. In einer zweiten Tranche im Juli/August werden im Hauptauswahlverfahren unbesetzt gebliebene Stellen im Nachrückverfahren ausgeschrieben. Zusätzlich können in der unterjährigen Einstellung über dieses Verfahren Stellen besetzt werden. Damit ist die schulbezogene Stellenausschreibung das Hauptverfahren der Lehrereinstellung.
„Die Eigenverantwortung der Schulen im curricularen und unterrichtsorganisatorischen Bereich wird damit auch auf die Personalentwicklung ausgedehnt“ bilanzierte Kultusminister Helmut Rau.
Lehrereinstellung geht „online“
Ab dem 28. Februar 2006 sind alle ausgeschriebenen Stellen im Internet unter www.lehrereinstellung-bw.de ausgeschrieben. Auch die Bewerbungen sind nun online möglich. Die außerordentlich hohen Lehrereinstellungsquoten der letzten Jahre haben dazu geführt, dass das Bewerberreservoir sehr zusammengeschmolzen ist. „Um sich diesen engen Markt dennoch erschließen zu können, setzen wir verstärkt auf die Internettechnik“ sagte dazu Kultusminister Rau.
Priorität haben bei der Stellenausschreibung Schulen in peripheren Regionen und Schulen mit Mangelbereichen. Sie können im Internet ihre Schule besonders präsentieren und für sich werben.
Flexibilität ist gefragt
Im beruflichen Schulbereich, bei den Hauptschulen und im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich aller Schularten werden große Anstrengungen unternommen, um alle Stellen zu besetzen. Zusätzlich zu den regulären Laufbahnbewerberinnen und -bewerbern wird in diesem Jahr verstärkt mit Bewerberinnen und Bewerbern aus den vom Kultusministerium aufgelegten Seiteneinstiegsprogrammen gerechnet, die zu einer Entspannung bei der Versorgung gerade im naturwissenschaftlichen Bereich sorgen sollen.
Ab 2006 auch „unterjährige Einstellung“
Ab dem 1.1.2006 können erstmals bis zu 200 Lehrerstellen auch während des Schuljahres dauerhaft wiederbesetzt werden. „Wenn Lehrkräfte wegen Elternzeit unmittelbar aus dem Schulalltag ausscheiden, kann nun die Schulleitung die drohende Lücke durch die unmittelbare Einstellung einer qualifizierten Vertretungskraft im Beamtenverhältnis schließen", erläuterte Rau.
Bisher konnten bei Ausfällen während des laufenden Schuljahres nur befristete Einstellungen vorgenommen werden.
Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit wird verstärkt
Die Agenturen für Arbeit werden noch enger als bisher mit den Einstellungsbehörden für den Lehrerberuf am Abbau des Lehrermangels in Baden-Württemberg zusammenarbeiten. „Die Vermittler für akademische Berufe in den Agenturen für Arbeit haben gute Möglichkeiten, Seiteneinsteiger für den Lehrerberuf gezielt anzusprechen. Mit einem intensivierten Informationsaustausch zwischen den für die Lehrereinstellung zuständigen Regierungspräsidien und dem Arbeitgeberservice in den Agenturen können wir in Frage kommenden arbeitsuchenden oder arbeitslosen Frauen und Männern anderer Berufsgruppen noch passgenauere Angebote machen“, sagt Eva Strobel, die Leiterin der Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit.
Es gibt derzeit fast keine arbeitslosen Lehrer. Insofern registrieren die Vermittler aufmerksam Angebote der früheren Oberschulämter und jetzigen Abteilungen für Schule und Bildung der vier Regierungspräsidien im Südwesten, auch Seiteneinsteigern den Zugang zum Lehramt zu öffnen. Insbesondere im Beruflichen Schulwesen eröffnen sich Chancen für eine Vermittlung über die Agenturen für Arbeit.
Die Öffnung des Einstiegs in den Lehrerberuf für fachlich geeignete Absolventen von Universitäten, Fachhochschulen oder auch Berufsakademien mit Berufserfahrung für den Direkteinstieg oder ohne Berufserfahrung für den Einstieg in ein vorgeschaltetes Referendariat wird von den Agenturen für Arbeit durch gezielte Hinweise an bei ihnen gemeldete arbeitsuchende oder arbeitslose Bewerber unterstützt. Im persönlichen Gespräch weisen die Vermittler für Akademiker auf die offenen Stellen und die nötige Qualifikation hin. Chancen für Seiteneinsteiger gibt es derzeit vor allem im Beruflichen Schuldienst in Fächern für Universitätsabsolventen mit wissenschaftlichem Abschluss u. a. in den Fächern Betriebswirtschaftslehre, Datenverarbeitung, Druck-, Elektro- und IT-Technik, Maschinenbau, Mathematik, Physik und Chemie oder auch für Absolventen mit Magisterabschluss in den Hauptfächern Deutsch oder Englisch. Hochschulabsolventen haben die Chance für einen Direkteinstieg in das Lehramt in den Fächern Maschinenbau, Elektro- und IT-Technik, Medientechnik oder auch Pflegepädagogik. Ebenfalls am Arbeitsmarkt gefragt sind Gymnasiallehrer mit Lehrbefähigung in den Fächern Deutsch, Englisch, Spanisch, Mathematik, Physik, Chemie, Latein und Religion.
Geeignete Bewerber erhalten in den Agenturen für Arbeit auch Hinweise auf selbständige Suchmöglichkeiten. So unterhalten die staatlichen Stellen entsprechende Informationsseiten mit Stellenangeboten (www.lehrereinstellung-bw.de). Offene Lehrerstellen sind dank direkten Datenaustausches aber auch im Virtuellen Arbeitsmarkt der Bundesagentur für Arbeit (www.arbeitsagentur.de) zu finden. „Frauen und Männer mit Interesse für einen Seiteneinstieg ins Lehramt können so auch ihre spezifischen Qualifikationen benennen und anschließend lokal, regional oder auch bundesweit nach Angeboten suchen, die ihnen auf ihrem eigenen Computer angezeigt werden“, sagt Eva Strobel.
Die Bundesagentur für Arbeit wird mit dem Kultusministerium auch bei der Studienberatung für den Lehrerberuf und bei der Information über den zukünftigen Arbeitsmarkt für Lehrkräfte eng zusammenarbeiten. So wird das Merkblatt über Einstellungschancen für den öffentlichen Schuldienst den BA-Agenturen zugänglich gemacht und eine intensive Kommunikation betrieben.

