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LITERATUR

Dr. Reinhold Miller: "99 Schritte zum professionellen Lehrer"

Abbildung Buch "99 Schritte zum professionellen Lehrer" von Dr. Reinhold Miller

Nach einer alten chinesischen Weisheit beginnt auch der längste Weg mit einem ersten Schritt. Doch wie viele Schritte führen zu dem Ziel, ein „professioneller Lehrer“ zu sein? Der bekannte Lehrerfortbildner Reinhold Miller (viele Jahre pädagogischer Mitarbeiter im Referat "Lehrerfortbildung" des baden-württembergischen Kultusministeriums) schlägt 99 Schritte in drei Etappen vor. Das klingt zunächst nach einem flotten Spaziergang. Seine Absicht benennt er auch dementsprechend: „in knapper Form mit Überblick zum Durchblick!“ Doch knapp ist nur die Form der Darstellung. Was dieses Buch bietet, ist in Wahrheit die Weisheit eines ganzen Pädagogenlebens, und die erschließt sich nur denen, die sich Zeit lassen und geduldig schrittweise vorangehen.

Die „drei Etappen“ des Weges entsprechen Millers Vorstellung vom Lehrer/-innen-Beruf. Wer ihn ausübt, muss in drei Sparten zu Hause sein, nämlich bei sich selbst, bei anderen und bei den Sachen. Deshalb geht es bei der eigenen Professionalisierung stets darum, sowohl Achtsamkeit für sich selbst (berufliche Selbstkompetenz) als auch Achtsamkeit für andere (Beziehungskompetenz) sowie die Beherrschung der Sachen (erfolgreich unterrichten durch Sachkompetenz) zu entwickeln. In welcher Reihenfolge man voranschreitet und welche der 99 Schritte man tatsächlich „geht“, bleibt den Leser/-innen selbst überlassen. Jeder einzelne Schritt bietet die Möglichkeit, sich zu informieren, darüber zu reflektieren, etwas auszuprobieren oder sogar zu trainieren und schließlich den Effekt zu evaluieren. Für jede dieser vier Phasen bietet jeder Schritt im Buch Anregungen und Übungen. 29 zusätzliche mehrseitige Materialien auf der mitgelieferten CD-ROM bieten weiteren, vertiefenden Übungsstoff. Und schließlich eröffnen die überschaubaren Literaturlisten am Ende jeder Etappe weitere Möglichkeiten des Vertiefens und Weitergehens auf dem Weg der Professionalisierung.

„99 Schritte zum professionellen Lehrer“ ist ein abwechslungsreiches, dank zahlreicher Fallbeispiele und Zitate manchmal amüsantes und vor allem anschaulich-verständlich geschriebenes Buch. Kein anderer Fachautor vermag unterrichtswissenschaftliche Theorie so praktisch und schulpraktische Phänomene so wissenschaftlich fundiert darzustellen wie Reinhold Miller. Seine Erkenntnis im Schlusswort dieser „pädagogischen Memoiren“ lautet: „Wir kommen nie an: Die Schule ist ein lebenslanges Lernfeld“ Das erinnert wieder an die alten Chinesen, denn wie hatte Laotse gesagt? Richtig: „Der Weg ist das Ziel.“

Reinhold Miller:
99 Schritte zum professionellen Lehrer. Erfahrungen - Impulse - Empfehlungen,
Kallmeyer´sche Verlagsbuchhandlung GmbH,
ISBN 3-7800-4938-4,
1. Auflage 2004,
227 Seiten + CD-ROM,
19,90 Euro


"Klippert´s Unterrichtsreform - Lehren und Lernen auf neuen Wegen" (Video)

Abbildung "Klippert's Unterrichtsreform"

Der Film gibt einen informativen Einstieg und einen umfassenden überblick darüber, was sich hinter Dr. heinz Klipperts Reform verbirgt. Er zeigt, welche Chancen und Herausforderungen in dieser neuen Lehr- und Lernkultur liegen.

Zu Beginn stellt der Autor die Notwendigkeit einer Reform von Lehrer und Lernen in deutschen Schulen dar. danach werden kurze Sequenzen gezeigt, die beschreiben, wie Klipperts Ideen die Schulen erreichen können und wie sie umgesetzt werden - darunter ein Schnupperseminar für Lehrerinnen und Lehrer, die Qualifizierung von Klassenteams oder fachteams sowie die Gestaltung eines Elternabends. Ganz ausführlich zeigt der Film mit Beispielen aus der Praxis das Schülertraining in Realschule und Gymnasium.

Klipperts Unterrichtsreform, Lehrer und Lernen auf neuen Wegen
VHS-Video, 58 Minuten
Beltz-Verlag 2003
Autor und Regie: Dr. Paul Schwarz


GEW: "Handbuch für Eltern und Elternbeiräte an öffentlichen Schulen in Baden-Württemberg"

Abbildung Eltern-Jahrbuch 2005Dieses Kompendium des Schulrechts enthält auf 440 Seiten alle für Eltern und Elternvertretungen notwendigen Informationen aus dem Schulrecht des Landes: das Schulgesetz und alle wichtigen Vorschriften, von der Elternbeiratsverordnung über die Schulbesuchs-, die Schulkonferenz- und Konferenzordnung bis zu den Versetzungsordnungen und Stundentafeln, die Regelungen über die Abschlussprüfungen an allgemein bildenden Schulen, das Übergangsverfahren von der Grundschule auf die weiterführenden Schulen (mit Terminplänen), die Notenverordnung, den Organisationserlass und so weiter.

Ferner enthält das Buch viele praktische Tipps und Hinweise für die Elternarbeit: die Muster-Geschäftsordnung für Elternbeiräte, eine Mustereinladung für Elternabende sowie Beiträge zum Informationsrecht der Eltern.

Erhältlich ist das Eltern-Jahrbuch über den Buchhandel
ISBN: 3-922366-54-6

oder durch Direktbestellung beim
Süddeutschen Pädagogischen Verlag GmbH
Silcherstraße 7a
70176 Stuttgart
www.spv-lb.de

Das GEW-ElternJahrbuch kostet 9,90 Euro. Bei Sammelbestellung reduziert sich der Stückpreis inklusive Versandkosten bei Abnahme von mindestens vier Exemplaren auf 8,00 Euro und von mindestens zehn Exemplaren auf 7,00 Euro je Stück.


Marietta Moskin: "Um ein Haar - Überleben im Dritten Reich"
(Übersetzung: Schülerinnen und Schüler des Pestalozzi-Gymnasiums Biberach und der Dollinger-Realschule Biberach)

Abbildung "Um ein Haar - Überleben im Dritten Reich" von Marietta MoskinAmsterdam, 1940. Für die 13-jährige Jüdin Rosemarie und ihre Familie beginnt eine Odyssee voller Schrecken: Immer zwischen Hoffen und Todesangst, werden sie in verschiedene Lager deportiert – bis sie eines Tages als Austauschjuden in die Schweiz ausreisen sollen. Kurz vor der Grenze erlischt auch die letzte Hoffnung auf Rettung. Doch wie durch ein Wunder überlebt die Familie im Biberacher Internierungslager Lindele ...

Biberach, 2002. Ein Lehrer stößt auf Rosemaries in den USA veröffentlichte Erinnerungen und startet mit seinen Schülern ein beispielloses Übersetzungsprojekt.

Im Rahmen einer "Arbeitsgemeinschaft für besonders befähigte Schülerinnen und Schüler" übersetzten  unter Leitung von Studiendirektor Wolfgang Horstmann und Realsschullehrer Reinhold Adler 37 Schülerinnen und Schüler des Pestalozzi-Gymnasiums und der Dollinger-Realschule Biberach den Roman "I am Rosemarie" aus dem Englischen. Kultusministerin Dr. Annette Schavan MdL gratulierte den Mitgliedern der Projektgruppe zum gelungenen Übersetzungswerk. "Sie haben sich alle mit Begeisterung, aber auch mit der nötigen Ernsthaftigkeit einer selbst gewählten Herausforderung gestellt und diese mit langem Atem und Beharrlichkeit zu einem beeindruckenden Ende geführt. ... Es macht mich stolz, solchen Lehrer und solche Schülerinnen und Schüler an den Schulen unseres Landes zu wissen, und es ist mir ein aufrichtiges Bedürfnis, allen, die an diesem vorbildlichen Projekt beteiligt sind, meinen Dank und meine Hochachtung auszusprechen."

Der bewegende autobiografische Roman erschien im April als deutsche Erstausgabe. Er eignet sich für den Einsatz im Deutsch- und Geschichtsunterricht mit Kindern ab zwölf Jahren.

Marietta Moskin:
"Um ein Haar"
Taschenbuch,
288 Seiten,
cbt,
ISBN: 3-570-30212-1
6,90 Euro


Josef Jakubowicz: "Auschwitz ist auch eine Stadt"
Durch acht Lager in die Freiheit – ein Überlebender des Holocaust erzählt

Abbildung des Buches "Auschwitz ist auch eine Stadt" von Josef JakubowiczEr hatte viel Mazl. Und seine jiddische Chuzpe rettete ihn so manches Mal in schrecklicher Zeit: Josef Jakubowicz wurde 1925 in Auschwitz geboren, in der deutsch-polnischen Kleinstadt, die von den Nazis als Standort für das „Vernichtungslager“ Auschwitz-Birkenau gewählt werden sollte.

In unprätentiöser Sprache rekapituliert Josef Jakubowicz sein Leben, beschreibt die glückliche Kindheit in einem Städtchen, in dem Juden und Christen friedlich miteinander lebten und sogar gemeinsam den Besuch von Talmudgelehrten feierten. Jakubowicz weiß aber auch von der schleichenden Antisemitisierung zu berichten, vom Misstrauen und vom Hass, die gesät wurden. Und er erzählt von den Konzentrations- und Arbeitslagern, in denen ein großer Teil seiner Familie, seiner Verwandten, seiner Freunde und Bekannten umgebracht wurde, von der gnadenlosen Maschinerie, die eine ganze Kultur auslöschte – aber auch von Menschen, die sich dem Wahnsinn entgegen stellten, Menschen, die geholfen haben.

Die Überlebensgeschichte des Josef Jakubowicz liest sich spannender, als jeder Roman. Weil jedes Wort wahr ist und weil der heute 81-jährige Autor sich an jene schreckliche Zeit so genau erinnert, als seien diese furchtbaren Dinge gestern geschehen. Ein unverzichtbares Dokument über den Holocaust und
ein Lehrstück über Humanität und Zivilcourage.

Josef Jakubowicz:
"Auschwitz ist auch eine Stadt",
ISBN 3-9809950-0-3
14,40 Euro


Bilderbuch "Ein Sommernachtstraum"

Abbildung Bilderbuch "Ein Sommernachtstraum" neu erzählt von Barbara KindermannVier unglücklich Verliebte irren in einer Mittsommernacht durch einen Wald nahe bei Athen. Sie ahnen nicht, dass sie sich im Zauberreich des Elfenkönigs Oberon und seiner stolzen Königin Titania befinden, in dem es von Feen, Elfen und Naturgeistern nur so wimmelt. Unter ihnen der freche Kobold Puck mit seiner purpurfarbenen Zauberblume...

Shakespeares beliebte Komödie liest sich in der Reihe "Weltliteratur für Kinder" wie ein fantastisches Märchen. Ein Lesespaß für die ganze Familie mit vielen fantasievollen Details zum Staunen, Träumen und Immer-wieder-Anschauen.

Ein Sommernachtstraum nach William Shakespeare,
neu erzählt von Barbara Kindermann mit Bildern von Almud Kunert,
Reihe „Weltliteratur für Kinder“ (ab 7 Jahren),
36 S., 22 x 30 cm, Halbleinen, Pappband matt kaschiert, Fadenheftung, 4-farbig,
EUR 15,50,
ISBN 3-934029-14-0
Auslieferung: August 2005


Umweltakademie Baden-Württemberg - aktuelle Publikation "Heimat und Natur"

Aktuellen Umfragen zufolge verbindet die Mehrheit der Bevölkerung „Heimat“ mit den Begriffen wie Freunde, Familie, Wohnort oder Geburtsort. Heimat, das ist aber gleichzeitig immer auch ein bestimmter Landschaftsraum mit eigenem Charakter und einem Wiedererkennungs- und Identifikationswert. Kurz: Heimat bezeichnet Identität und Besonderheit im Kontrast zur globalen Gleichförmigkeit und ist damit Voraussetzung und Nährboden von Vielfalt – von Lebens- und Erlebniswelten, Landschaftsformen und auch biologischer Vielfalt.

Diese Schlussfolgerungen waren unter anderem das Resultat eines Fachseminars der Akademie für Natur- und Umweltschutz Baden-Württemberg, deren Ergebnisse jetzt in der Publikation „Heimat und Natur – Wissen, woher wir kommen, wo wir sein wollen und wo wir hinkönnen“ veröffentlicht wurden.

Wer einmal versucht hat, „Heimat“ in eine Fremdsprache zu übersetzen, der weiß: „Heimat“ ist ein schrecklich komplizierter Begriff. Er vereint Natur mit Kultur, Gegenwart mit Geschichte, erweckt Gefühle wie Geborgenheit, Vertrautheit und Sicherheit und umfasst eine geografische Einheit von nicht klar definierter Größe. In der gesellschaftlichen Diskussion ist der Heimatbegriff viel zu lange vernachlässigt worden. Sicher auch deshalb, weil er in der Geschichte aufgrund von  Deutschtümelei und Nationalsozialismus negativ besetzt war. Die Diskreditierung des Heimatbegriffs durch den Nationalsozialismus, der Verlust der Heimat von vielen Umsiedlern und Vertriebenen, die Trennung in zwei deutsche Staaten – dies alles bedeutete eine tiefe Zäsur in der Geschichte des Heimatbegriffs. Vielleicht haben aus diesem Grund Naturschützer hierzulande stets nur sachlich und mit viel Datenmaterial argumentiert, womit in der Diskussion um die Bewahrung von Natur und Landschaft die emotionale Seite dessen, was diese  als Heimat ausmachen, oft außen vor blieb. Der Heimatschutz wurde so über Jahrzehnte gänzlich von einer ökologisch orientierten Landschaftsplanung verdrängt. Deshalb sei Naturschutz nicht einfach als angewandte Ökologie zu verstehen, sondern auch als Kulturaufgabe, so etwa Reinhard Piechoki, Mitverfasser der Vilmer Thesen zu Heimat und Naturschutz. Integriert man also die weichen sozialen, ethischen, ästhetischen und kulturhistorischen Aspekte in den Begriff, dann ist Naturschutz nicht einfach angewandte Ökologie, sondern Heimatschutz.

Die Autoren dieser Akademie-Publikation sind sich darin einig, der Begriff „Heimat“ ist zu enttabuisieren und zu entkrampfen. Dadurch wird für den Naturschutz ein Instrument entstehen, um auch über etwas anderes als einen rein wissenschaftlichen Arten- und Biotopschutz reden zu können. Letztendlich geht es darum, zu vermeiden, das Thema „Heimat“ zu vermeiden

Karin Blessing (Hrsg., 2005):
„Heimat und Natur – Wissen, woher wir kommen, wo wir sein wollen und wo wir hinkönnen“
Beiträge von namhaften Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Administration.
Beiträge der Akademie für Natur- und Umweltschutz Baden-Württemberg, Band 37,
Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart,
71 Seiten,.
ISBN 3-8047-2188-5.
12 Euro (im Buchhandel erhältlich)