SCHULPROJEKT
Gymnasium Balingen: "Schüler experimentieren" bei "Jugend forscht"
Am Gymnasium Balingen ist eine sehr fundierte "Jugend-forscht"-Arbeit in der Sparte "Schüler experimentieren" entstanden. Was dieses Projekt so bemerkenswert macht ist auch das recht junge Alter der Autorinnen. Die beiden Schwestern Eva-Maria Rädle (Klasse 6a) und Sarah Rädle (noch an der Längenfeld-Grundschule Balingen) haben in einem fiktiven Detektivspiel bei Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften 11.297 Daten erfasst. Die Thematik: Wer ist der bessere Beobachter (differenziert nach mehreren Schwerpunkten, Alter und Geschlecht)? Wer findet mehr Beachtung, die Lehrerinnen oder die Lehrer? Welche Altersgruppe der Schüler achtet auf welche Merkmale und Besonderheiten bei der Lehrkraft?
Hier zeigen sich eindeutige Ergebnisse, auch aus der Sicht der Jury des Regionalwettbewerbs "Jugend forscht" in Nagold, welche die Arbeit zum Landeswettbewerb qualifiziert hat.
Hier der Bericht von Eva-Maria und Sarah Rädle.
"Tatort Schule – Verdächtige Personen unter der Lupe"
Ausgehend von einem Detektivspiel wird die Fähigkeit zur genauen Beobachtung alltäglicher Dinge und das Vermögen, dies auch wiedergeben zu können, Schülerinnen und Schülern aller Altersstufen eines Gymnasiums und Lehrerinnen und Lehrern sehr genau abverlangt.
Ein umfassendes Datenmaterial belegt eindeutig, dass Lehrerinnen, weit besser als ihre männlichen Kollegen, die alltäglichen Details erfassen und auch von den Schülerinnen und Schülern in solchen Dingen besser wahrgenommen werden. Schüler der Klasse 6 geben dazu ein sehr überzeugendes Negativbeispiel, vergleicht man das, was sie von den Merkmalen der Lehrer und Lehrerinnen benennen können.
Wenn also immer bedauert wird, an den Schulen fehlen männliche Bezugspersonen, weil überwiegend weibliche Lehrkräfte unterrichten, so erscheint diese Fragestellung unter den hier gewonnenen Ergebnissen jetzt unter einem neuen Licht.
Wir müssen Lehrern leider öfters bescheinigen, dass sie "blind" durchs Leben gehen, fragt man sie beispielsweise nach der Augenfarbe ihrer Kolleginnen oder deren Brille. Interessant ist auch die Sonderstellung, die männliche Lehrkräfte bei Neunklässlern einnehmen. Die wohl entwicklungsbedingten Veränderungen in der Wahrnehmung zwischen Schülerinnen und Schülern der Klasse 6 und denen der Klasse 9 werden augenfällig und betreffen fast alle Bereiche dieser Untersuchungen.
Neunklässlerinnen und ihre männlichen Klassenkameraden nehmen vor allem von der Norm abweichende Verhaltensmuster ihrer Lehrer war. Schülerinnen und Schüler der Oberstufe belegen die ers-en Plätze in Beschreibungs- und Erkennungsaufgaben, wenn sich die Inhalte auf Prominente aus der Politik und der Unterhaltungsbrache beziehen.
Natürlich ist eine solche Untersuchung nie umfassend genug abgesichert, aber die insgesamt über 11.297 Daten der untersuchten Personen und die vielen Detailfragen, die fassettenreich immer wie-der den selben Themenbereich abprüfen, ergeben insgesamt ein sehr geschlossenes Bild.

