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Bildungsplanreform 2015

Anlass und Bestandteile der Reform

Die Bildungsplanentwicklung

Wesentliche Rahmenvorgaben und Eckpunkte

Arbeitspapier Leitperspektiven

Vorgesehener Zeitplan

Erprobung im Schuljahr 2013/2014

Implementierungskonzept

Unterstützungsangebote für die Schulen

Bildungsplanreform 2015 - Beteiligung groß geschrieben

 

Anlass und Bestandteile der Reform

Als erstes Bundesland hat Baden-Württemberg 2004 seine Bildungspläne für die allgemein bildenden Schulen (außer Sonderschulen) vollständig auf kompetenzorientierte Bildungspläne umgestellt. In der jetzt anstehenden Reform werden diese konsequent weiterentwickelt. Eine hohe Durchlässigkeit zwischen den Schularten und klare Kompetenzformulierungen in der Standarderstellung sind unerlässliche Voraussetzungen erfolgreicher Bildungsbiografien.

Nicht durchgängig präzise Kompetenzformulierungen in den bestehenden Bildungsplänen, die mitunter zu Unklarheiten in den Anforderungen führen, oder unterschiedliche Fächerverbünde in den einzelnen Schularten, die die Durchlässigkeit zwischen den Schularten erschweren, sind wichtige Optimierungsfelder der bestehenden Bildungspläne.

Leitlinie neuer Lehr- und Bildungspläne sind in allen Bundesländern die Bildungsstandards der Kultusministerkonferenz (KMK). Im Rahmen der Bildungsplanreform 2015 erfolgt ein systematischer Abgleich mit allen vorliegenden KMK-Bildungsstandards.
Des Weiteren sollen wesentliche zukunftsorientierte Leitprinzipien in den neuen Bildungsplänen verankert werden (vgl. weiter unten).

Derzeit werden die Bildungspläne der Grundschule sowie der auf die Grundschule aufbauenden Schularten überarbeitet.

Für die Sekundarstufe I wird ein schulartübergreifender gemeinsamer Bildungsplan für Hauptschulen, Werkrealschulen, Realschulen und Gemeinschaftsschulen Klassen 5 - 10 entstehen. Im gemeinsamen Bildungsplan sollen unterschiedliche Niveaus definiert werden, die zu unterschiedlichen Abschlüssen führen.

Für das achtjährige Gymnasium wird ein durchgängiger und eigenständiger, aber vom gemeinsamen Plan nicht unabhängiger Bildungsplan von Klasse 5 bis zur allgemeinen Hochschulreife entwickelt. Dabei entspricht die Sekundarstufe II des G8 (10.-12. Schuljahr) der Sekundarstufe II der Gemeinschaftsschule (11.-13. Schuljahr). Es findet ein enger Austausch und Abgleich mit den Entwicklungsarbeiten am gemeinsamen Bildungsplan statt.

Für die verschiedenen Sonderschultypen wurden neue Bildungspläne im Nachgang zum Bildungsplan 2004 erstellt.

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Die Bildungsplanentwicklung

Um eine Grundlage für eine vertikale und horizontale Abstimmung zwischen den Bildungsgängen zu haben, hat das Landesinstitut für Schulentwicklung im Auftrag des Kultusministeriums im März 2012 in einem ersten Arbeitsschritt begonnen, schulartenunabhängige und abschlussbezogene sogenannte Zielhorizonte zu entwickeln. Diese liegen seit Ende Oktober 2012 vor.

In der Grundschule wurde der Zielhorizont für Deutsch und Mathematik, in der Sekundarstufe I der aller Fächer definiert. Die Kommissionen bestanden aus je einer Vertreterin oder einem Vertreter jeder Schulart, einschließlich der beruflichen Schulen. Die Zielhorizonte berücksichtigen, dass im achtjährigen Gymnasium die Standards des Hauptschulabschlusses weitestgehend in Klasse 8, die des mittleren Schulabschlusses in Klasse 9 erreicht werden. Die Basispläne bildeten eine Arbeitsgrundlage für die eigentliche Weiterentwicklung der Bildungspläne.

Seit Ende 2012 arbeiten die inzwischen personell verstärkten Bildungsplankommissionen am Landesinstitut für Schulentwicklung auf Grundlage dieser Zielhorizonte intensiv an abgestimmten Bildungsplänen für die Grundschule und die auf die Grundschule aufbauenden allgemein bildenden Schularten.

Für den G8-Bildungsplan wird auf eine enge inhaltliche und personelle Verzahnung im Hinblick auf die Entwicklungsarbeiten am gemeinsamen Bildungsplan für die Sekundarstufe I geachtet.

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Wesentliche Rahmenvorgaben und Eckpunkte

Von Seiten des Kultusministeriums wurden die nachfolgend genannten Rahmenvorgaben und Eckpunkte für die Erstellung der Bildungspläne festgelegt.

Stärkung der fachlichen Kompetenzen

Der Ansatz des vernetzten fächerübergreifenden Lernens wird grundsätzlich weiterverfolgt werden. Dies wird insbesondere in den weiterführenden Schulen durch die Ausweisung eines gesellschaftswissenschaftlichen und eines naturwissenschaftlichen Fächerfelds deutlich werden. Explizite Verweise zwischen den Fächern eines Fächerfelds werden die positiven Aspekte fächerverbindenden Lernens weiterhin ermöglichen. Ziel ist, durch die Weiterentwicklung der Bildungspläne die fachlichen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler zu stärken und damit die Fachlichkeit als Voraussetzung für interdisziplinäres Lernen sicherzustellen.

Die Kontingentstundentafeln

Die Kontingentstundentafeln legen fest, welche Fächer unterrichtet werden sollen und bestimmen die Stundenzahl, mit welcher das Fach im jeweiligen Bildungsgang unterrichtet wird. Diese Kontingentstundentafeln sind bei der Erstellung der neuen Bildungspläne durch die Bildungsplankommissionen zu beachten.

  1. Kontingentstundentafel Grundschule  

Der derzeitige Fächerverbund "Mensch-Natur-Kultur" der Grundschule wird im Rahmen der Bildungsplanreform weiterentwickelt, die oben stehende Kontingentstundentafel wird noch entsprechend überarbeitet: D.h. ab Gültigkeit des weiterentwickeltem Bildungsplans der Grundschule wird es drei Fächer geben - Sachunterricht, Kunst/Werken und Musik. Die Fachlichkeit wird damit gestärkt. Die Vernetzung als besonderes Merkmal der Grundschule wird im Bildungsplan auch künftig berücksichtigt, der ganzheitliche, an der kindlichen Entwicklung orientierte Ansatz der Grundschule kommt weiterhin zum Tragen. Das Fach Sachunterricht und für den musisch-kulturellen Bereich die Fächer Kunst/Werken und Musik werden sowohl im weiterentwickelten Bildungsplan wie auch in der dann gültigen Kontingentstundentafel 2015 und in den Halbjahresinformationen und Zeugnissen der Klassenstufen 3 und 4 separat ausgebracht. Das Zeitvolumen für den musisch-kulturellen Bereich beträgt 13 Stunden. Die vorgesehenen Richtwerte, für Musik 6 Stunden und für Kunst/Werken 7 Stunden, dienen der Orientierung, die konkrete Verteilung obliegt der Schule.

  1. Kontingentstundentafel Realschule
  2. Kontingentstundentafel Gemeinschaftsschule
  3. Kontingentstundentafel Gymnasium

Neuer Fächerverbund "Naturphänomene und Technik"
in den Klassen 5 und 6

In allen Schularten wird für die Klassen 5 und 6 der Fächerverbund "Naturphänomene und Technik" eingeführt. Er enthält neben Schwerpunktthemen der Biologie auch chemische, physikalische und technische Inhalte. Dabei nimmt der Fächerverbund eine Brückenfunktion ein zwischen dem Sachunterricht der Grundschule, der ebenfalls biologische, physikalische, chemische und technische Aspekte beinhaltet, und den später einsetzenden naturwissenschaftlichen Einzelfächern in Sekundarstufe I.

Um dem Anspruch eines Fächerverbundes gerecht zu werden, sind fächerverbindende integrative Themenfelder ausgewiesen, die eine motivierende und kindgerechte Heranführung an die später aufzunehmenden Fachdisziplinen und den Aufbau eines altersangemessenen Wissenschaftsverständnisses ermöglichen.

Neben den integrativen Themenfeldern sind für alle Schularten im Bereich Biologie auch fachspezifische Themenfelder eingebunden. Für die Werkrealschule, Realschule und Gemeinschaftsschule sind zusätzlich eigene Themenfelder für Technik vorgesehen.

Der fachliche Anteil der Einzeldisziplinen verteilt sich innerhalb der Standards für inhaltsbezogene Kompetenzen des Fächerverbunds gemäß folgendem Schlüssel:

Schularten

Summe der Kontingentstunden

Anteil
Biologie

Anteil
Physik

Anteil Chemie

Anteil Technik

Werkrealschule

8

4

1

1

2

Realschule

8

4

1

1

2

Gemeinschaftsschule

7

4

1

1

1

Gymnasium

6

4

1

1

 

Die pädagogische Umsetzung der Vorgaben des Fächerverbunds kann sehr unterschiedlich erfolgen und obliegt der Verantwortung und Gestaltungsfreiheit der jeweiligen Schule.

Link zu den überarbeiteten Erprobungsfassungen des Fächerverbunds NpT: PDF-Datei www.bildung-staerkt-menschen.de/service/downloads/arb/SekI_NpT_OS.pdf

Neues Wahlpflichtfach "Alltagskultur, Ernährung, Soziales"

Es wird für die Werkrealschulen, Realschulen und Gemeinschaftsschulen ein neues Wahlpflichtfach mit dem Titel "Alltagskultur, Ernährung und Soziales" eingeführt. Dieses Fach wird das bisherige Wahlpflichtfach "Mensch und Umwelt" in den Realschulen sowie "Gesundheit und Soziales" in der Werkrealschule ersetzen. Darüber hinaus fließen auch Inhalte des bisherigen Fächerverbunds "Wirtschaft, Arbeit, Gesundheit" der Werkrealschule ein. Außerdem wird die Thematik für alle Schularten im Leitprinzip "Verbraucherbildung" verankert (vgl. weiter unten).

Neues Fach "Wirtschaft / Berufs- und Studienorientierung"

Für die Werkrealschulen, Realschulen, Gymnasien und Gemeinschaftsschulen wird ein neues Fach "Wirtschaft / Berufs- und Studienorientierung" eingeführt. Durch ein eigenständiges Fach wird sowohl die ökonomische Bildung der Schülerinnen und Schüler gestärkt als auch ihr Berufs- und Studienorientierungsprozess gezielt gefördert. Die Berufs- und Studienorientierung kann und soll jedoch nicht ausschließlich diesem Fach zugeordnet werden. Deshalb ist zusätzlich ein Leitprinzip „Berufliche Orientierung “ vorgesehen (vgl. weiter unten).

Verhältnis von Kern- und Schulcurriculum

Die Bildungsplankommissionen verwenden als Vorgabe für ihre Arbeit einen Richtwert, der in der Regel einem Verhältnis von Kern- und Schulcurriculum von 3/4 zu 1/4 entspricht. Grundlage dieser Berechnung ist eine Unterrichtswochenzahl von 36 Wochen im Schuljahr. Das Kerncurriculum ist die Summe der verbindlichen Inhalte der Bildungsstandards. Das Schulcurriculum dient der Vertiefung und Erweiterung der inhaltlichen Vorgaben der Bildungsstandards und wird von der Schule selbst erarbeitet. Die schulische Konkretisierung des Bildungsplans ist das Ergebnis der Umsetzung von Kern- und Schulcurriculum.

Beginn der Fremdsprache in der Grundschule

Die Fremdsprache in der Grundschule beginnt weiterhin landeseinheitlich in Klasse 1; an der Rheinschiene bleibt es in der Grundschule bei Französisch als Fremdsprache, in den anderen Landesteilen bei Englisch. Es gibt weiterhin die Regelung, dass Schülerinnen und Schüler, die als Fremdsprache in der Grundschule Französisch hatten, im Gymnasium sowie an Realschulen und Gemeinschaftsschulen nicht an diese Fremdsprache gebunden sind.

Beginn der ersten/zweiten Fremdsprache in den auf die Grundschule aufbauenden Schularten

Die zweite Fremdsprache wird nach dem Bildungsplan 2015/2016 im Gymnasium, in der Realschule und in der Gemeinschaftsschule einheitlich in Klasse 6 beginnen.

Die erste Pflichtfremdsprache im Gymnasium ist diejenige, die dort in Klasse 5 beginnt und entsprechend der einschlägigen KMK-Vereinbarung mit 22 Jahreswochenstunden in der Sekundarstufe I (Klasse 5-10) ausgestattet ist. Die Entscheidung, welche der Fremdsprachen Englisch, Latein oder Französisch als 1. bzw. 2. Pflichtfremdsprache ausgewiesen wird, liegt in der Verantwortung der Schule.

Ausnahmen werden die altsprachlichen Gymnasien und die AbiBac-Schulen bilden, die weiterhin parallel mit zwei Fremdsprachen in der 5. Klasse beginnen können.

Verankerung von Leitperspektiven

Inzwischen sind die ursprünglichen "Leitprinzipien" überarbeitet worden.

Der Begriff "Leitprinzipien" wird ersetzt durch "Leitperspektiven", neu hinzu kommt die Leitperspektive "Bildung für Toleranz und Akzeptanz von Vielfalt". Es wird zwischen allgemeinen und themenspezifischen Leitperspektiven unterschieden.

Allgemeine Leitperspektiven:

  • Bildung für nachhaltige Entwicklung
  • Prävention und Gesundheitsförderung
  • Bildung für Toleranz und Akzeptanz von Vielfalt

Themenspezifische Leitperspektiven:

  • Berufliche Orientierung
  • Medienbildung
  • Verbraucherbildung

Bei den Leitperspektiven handelt es sich um Themen, die nicht einem einzigen Fach zugeordnet werden, sondern übergreifend in verschiedenen Fächern behandelt werden sollen. Die Bildungsplankommissionen haben daher die Aufgabe, für deren spiralcurriculare Verankerung in den einzelnen Fächern zu sorgen.

Arbeitspapier zur Verankerung der Leitperspektiven

Ein Arbeitspapier bildet die Grundlage für die Arbeit der Bildungsplankommissionen und wurde den Änderungen gemäß angepasst.

Die unter den einzelnen Leitperspektiven vorgeschlagenen Kompetenzformulierungen sind mit fachbezogenen Kompetenzen abzugleichen. Das kann auch eine sinngemäße Einarbeitung bedeuten. Ziel sind altersgerechte, passende und fachdidaktisch begründete Kompetenzformulierungen. Nicht intendiert ist eine Übernahme der vorgeschlagenen Kompetenzformulierungen in vollem Umfang und Wortlaut.

Die in diesem Arbeitspapier enthaltenen "möglichen Inhalte" sind als Vorschläge und Anregungen für die Arbeit der Bildungsplankommissionen zu begreifen.

Der Erziehungs- und Bildungsauftrag der Schulen in Baden-Württemberg wird sich nicht nur aus den Leitperspektiven ableiten lassen: Der Orientierung an den Werten der christlich-abendländischen Kultur wird im Rahmen der Bildungsplanreform umfassend Rechnung getragen. Die Reform fußt auf den diesbezüglichen Vorgaben des Grundgesetzes und der Landesverfassung Baden-Württembergs.

Diese übergeordnete Orientierung und der damit einhergehende Bildungs- und Erziehungsauftrag wird in der Einführung des Bildungsplans deutlich herausgestellt werden. Dort sollen auch weitere Themen von übergeordneter Bedeutung benannt werden, beispielsweise die Demokratieerziehung oder die kulturelle Bildung.

zur Pressemitteilung vom 8.04.2014

Aus der Pressemitteilung "Neue Struktur bei künftigen "Leitperspektiven" für Bildungsplan" vom 8. April 2014

Leitperspektive „Bildung für Toleranz und Akzeptanz von Vielfalt“ in Arbeitspapier aufgenommen

„Im Kern verfolgen wir das Anliegen, das Thema Toleranz und Akzeptanz im Bildungsplan zu verankern. (...) Um die Debatte zu versachlichen und die Missverständnisse auszuräumen, haben wir uns dazu entschieden, eine eigenständige Leitperspektive zu Toleranz und Vielfalt einzuführen“, erklärten Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Kultusminister Andreas Stoch am 8. April 2014 im Nachgang zu einem Kabinettsbericht des Kultusministers zum Stand der Bildungsplanreform.

„Statt eines Querschnittsthemas sexuelle Vielfalt gibt es die neue allgemeine Leitperspektive, Bildung für Toleranz und Akzeptanz von Vielfalt“, so Ministerpräsident Kretschmann. Und Kultusminister Stoch ergänzte: „Es werden darin neben der sexuellen Vielfalt die Themen Toleranz und diskriminierungsfreier Umgang mit Vielfalt in personaler, religiöser, kultureller, ethnischer und sozialer Hinsicht in einem größeren Kontext behandelt. Das Thema „Akzeptanz sexueller Vielfalt“ erhält in diesem Zusammenhang einen hohen Stellenwert im neuen Bildungsplan.“ „Niemand darf in unserer Gesellschaft ausgegrenzt oder diskriminiert werden, weil er anders ist. Etwa weil er eine andere Hautfarbe oder Religion hat, weil er woanders herkommt, weil er eine Behinderung hat oder weil er eine bestimmte sexuelle Orientierung oder Identität hat. Wir wollen Respekt im umfassenden Sinn vermitteln.“












Arbeitspapier zur Verankerung der Leitperspektiven

Begriffserläuterungen zur Bildungsplanreform 2015

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Vorgesehener Zeitplan

Endpunkt für die Fertigstellung des Bildungsplans für die Grundschule und des gemeinsamen Bildungsplans für die Sekundarstufe I ist August 2015. Der G8-Bildungsplan soll im August 2016 fertig gestellt sein.

Vorgesehen sind folgende Zwischenschritte für den Bildungsplan der Grundschule und den gemeinsamen Bildungsplan :

  • August 2013: Vorliegen der Arbeitsfassungen für die Grundschule (Klassen 1 bis 4) sowie für die Orientierungsstufe (Klassen 5 und 6) und Einsatz in Erprobungsschulen im Schuljahr 2013/2014;
  • September 2014: Vorliegen und Veröffentlichung der Anhörungsfassungen des Bildungsplans der Grundschule und des gemeinsamen Bildungsplans Sekundarstufe I;
  • ab Schuljahr 2015/2016: Inkrafttreten der Bildungspläne und Implementierung an den Schulen.

Vorgesehen sind folgende Zwischenschritte für den G8-Bildungsplan :

  • Herbst 2015: Vorliegen der Anhörungsfassung des gesamten Bildungsplans (Klassen 5 bis 12);
  • ab Schuljahr 2016/2017: Inkrafttreten.

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Erprobung im Schuljahr 2013/2014

Seit Beginn des Schuljahres 2013/2014 werden "Arbeitsfassungen" der neuen Bildungspläne an 59 Schulen erprobt, um bereits während der Entwicklung praxisrelevante und detaillierte Optimierungshinweise aus der Praxis zu gewinnen.

Eine wichtige Bedingung für die Teilnahme an der Erprobung war neben dem Interesse der Schulen die Zustimmung von Gesamtlehrerkonferenz und Schulkonferenz zur Beteiligung am Schulversuch.

An 20 Grundschulen werden die bislang erstellten Fassungen für die Fächer Deutsch und Mathematik eingesetzt.

In der Orientierungsstufe (Klasse 5 und 6) unterziehen insgesamt 39 Schulen die bislang erstellten "Arbeitsfassungen" der Bildungspläne dem Praxistest. Schulen der Schularten Werkrealschule, Realschule, Gemeinschaftsschule und Gymnasium (G8) setzen diese in den Klassenstufen 5/6 erstmalig ein.

In den Erprobungsschulen kommt jeweils eine von zwei möglichen Fächergruppen zum Einsatz. Es werden entweder die Fächer Mathematik, Geschichte, Englisch, Geographie und Sport oder die Fächer Deutsch, Bildende Kunst, Musik, der neue Fächerverbund Naturphänomene und Technik und Evangelische bzw. Katholische Religionslehre erprobt.

Begleitet wird die Erprobung von einer mehrstufigen Expertenbefragung unter Leitung des Landesinstituts für Schulentwicklung. Hier sollen weitere Optimierungsmöglichkeiten ausgemacht werden. Nicht nur Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrkräfte werden in die Befragung eingebunden, sondern auch Expertinnen und Experten aus Hochschulen und Lehrerseminaren, Regierungspräsidien und Staatlichen Schulämtern, um durch die breite Basis der Beteiligten Theorie und Praxis miteinander zu verzahnen.

Eine Arbeitsgruppe aus erfahrenen Schulpraktikern und Vertretern der Seminare prüft für die verschiedenen Sonderschultypen, die sich in ihrem Unterricht an dem Bildungsplan für die Grundschule und dem Bildungsplan für die auf die Grundschule aufbauenden Schularten orientieren, wie sie mit diesen neuen Bezugsplänen und ihren jeweils eigenen Bildungsplänen arbeiten können.

Arbeitsfassung zur Erprobung des Bildungsplans 2015: externer Link: www.bildung-staerkt-menschen.de www.bildung-staerkt-menschen.de

Implementierungskonzept

Die Bildungspläne sollen nach den geplanten Erprobungen und Anhörungen in Abstimmung mit den für die Lehrerfortbildung geplanten Maßnahmen wie folgt landesweit verbindlich eingeführt werden:

 

Bildungsplan Grundschule

Gemeinsamer Bildungsplan Sekundarstufe I

 

Bildungsplan G 8

Schuljahr

Klassen Grundschule

Klassen Werkrealschule

Klassen Realschule

Klassen Gemeinschaftsschule

Klassen Gymnasium (G8)

2015/16

1 und 2

5 und 6

5 und 6

5 und 6

-

2016/17

3

7

7

7

5 und 6

2017/18

4

8

8

8

7

2018/19

-

9

9

9

8

2019/20

-

10

10

10

9

2020/21

-

-

-

11

10

2021/22

-

-

-

12

11

2022/23

-

-

-

13

12

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Unterstützungsangebote für die Schulen

Die Bildungsplanreform wird bis zum Schuljahr 2017/2018 flächendeckend von einer Fortbildungsoffensive begleitet werden.

Um eine enge Verzahnung mit Umsetzungshilfen wie Curricula, Kompetenzrastern, Lernmaterialien usw. zu ermöglichen, sollen die neuen Bildungspläne auf einer Internetplattform veröffentlicht werden. Darüber hinaus wird es auch Druckexemplare für die Schulen geben.

Im Lauf des Schuljahres 2015/2016 werden die Schulen sukzessive mit Kompetenzrastern, Lernwegelisten und  exemplarischen Lernmaterialien ein Instrument zur Unterstützung individueller Förderung erhalten, das ebenfalls auf der Internetplattform bereitgestellt wird.

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Bildungsplanreform 2015 - Beteiligung groß geschrieben

Bei der Weiterentwicklung der Bildungspläne ist der Landesregierung die Beteiligung ein wichtiges Anliegen. Anregungen und Rückmeldungen der interessierten Öffentlichkeit werden unter Mitwirkung der zuständigen Schul- und Fachreferate des Kultusministeriums in einem sorgfältigen Auswertungs- und Abwägungsverfahren in den Reformprozess einbezogen und den Bildungsplankommissionen mit Hinweisen zur Verfügung gestellt.

Neben den kontinuierlichen Eingaben im Kultusministerium erfolgt die Beteiligung durch verschiedene weitere Maßnahmen.

Zunächst ist das übliche Anhörungsverfahren zu nennen, bei dem die Beteiligten wichtige Impulse und Rückmeldungen zu allen Bereichen des Reformprojekts geben können.

Darüber hinaus ist ein Beirat mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wissenschaft, Wirtschaft, Gesellschaft und Politik eingerichtet worden, der die Bildungsplanreform konstruktiv-kritisch begleitet und Leitimpulse einbringen kann. Im Beirat wirken beispielsweise Vertreterinnen und Vertreter aller Beratungsgremien des Kultusministeriums (Landeselternbeirat, Landeschülerbeirat, Landesschulbeirat) und der Lehrerverbände mit.

Auch bei der Verankerung der Leitprinzipien (vgl. weiter oben) werden externe Expertinnen und Experten in den Reformprozess eingebunden und stellen den Bildungsplankommissionen ihr Fachwissen zur Verfügung.

Die systematische und fortlaufende Abstimmung der Arbeitsfortschritte der Bildungsplankommissionen mit Vertreterinnen und Vertretern der Wissenschaft bildet ebenfalls ein wichtiges Beteiligungselement. Die Landesrektorenkonferenzen der Universitäten und Pädagogischen Hochschulen haben entsprechende Fachexpertinnen und Fachexperten benannt, ebenso die Kunst- und Musikhochschulen.

Zusätzlich ist unter bildungsplan@km.kv.bwl.de ein E-Mail-Postfach eingerichtet, sodass Fragen und Hinweise der interessierten Öffentlichkeit zur Bildungsplanreform an dieser Stelle an das Kultusministerium übersandt werden können.

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