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08.05.2013

Landtag verabschiedet Änderung des Kindertagesbetreuungsgesetzes

Staatssekretärin v. Wartenberg: "Mit der Gesetzesänderung ist es uns gelungen, dem steigenden Fachkräftebedarf und den Anforderungen einer guten Kindertagesbetreuung Rechnung zu tragen."

Der Landtag hat heute (8. Mai 2013) einem Gesetzentwurf zur Änderung des Kindertagesbetreuungsgesetzes (KiTaG) einstimmig zugestimmt. Die Änderungen dienen der Modernisierung und Erweiterung des im KiTaG enthaltenen Fachkräftekatalogs (§ 7), der die Qualifikationen für eine Tätigkeit in einer Tageseinrichtung festlegt. „Mit der Gesetzesänderung ist es uns gelungen, dem steigenden Fachkräftebedarf und den Anforderungen einer guten Kindertagesbetreuung Rechnung zu tragen. Wir unterstützen damit die Träger, ihren Bedarf an qualifiziertem pädagogischem Personal besser abdecken zu können“, betonte Kultusstaatssekretärin Marion v. Wartenberg anlässlich der zweiten Beratung und anschließenden Verabschiedung des Gesetzentwurfs im Landtag. Das neue Gesetz tritt am Tag nach seiner Verkündung im Gesetzesblatt für Baden-Württemberg in Kraft.

Mehr pädagogische Vielfalt in Kitas

Neu aufgenommen wurden in den Katalog des KiTaG Fachkräfte wie staatlich anerkannte Kindheitspädagogen und Sozialarbeiter, Kinderkrankenpfleger, Physiotherapeuten, Logopäden, Grund-, Haupt- oder Sonderschullehrkräfte sowie Hebammen und Dorfhelfer/innen. Im Wesentlichen wurden vor allem Qualifikationen mit schulischem oder hochschulischem Abschluss zusätzlich aufgenommen, die bisher vom Kommunalverband für Jugend und Soziales (KVJS) – Landesjugendamt auf Antrag einzeln geprüft und genehmigt worden sind.

Künftig soll es für geeignete Bewerberinnen und Bewerber aus anderen pädagogischen und sozialen Berufen, die in einer Kindertageseinrichtung arbeiten wollen, leichter sein, in den Erzieherberuf zu wechseln. „Das bietet den Trägern die Möglichkeit, Teams aus Pädagogen mit unterschiedlichen Erfahrungen und Kompetenzen zu bilden, was nicht nur im Hinblick auf die Inklusion zur qualitativen Entwicklung der Einrichtung beitragen kann“, sagte die Staatssekretärin. Die Gesetzesänderung ermögliche es den Trägern, multiprofessionelle Teams zusammenzustellen, die die Arbeit in den Einrichtungen bereichern und die Weiterentwicklung der Einrichtungen zu Familienzentren befördern können. Auch die gemeinsame Betreuung von behinderten und nicht behinderten Kindern in den Einrichtungen solle dadurch erleichtert werden.

Keine Abstriche bei der Qualität!

Der Verabschiedung der Gesetzesnovelle ging ein breiter Beteiligungsprozess voraus. Zahlreiche Gremien, Verbände und Institutionen – unter anderem die kommunalen Landesverbände, die Kirchen und ihre Spitzen- und Trägerverbände – haben dem Entwurf zugestimmt und sich mit Änderungsvorschlägen eingebracht. In ihrer Rede vor dem Landtag bedankte sich Staatssekretärin v. Wartenberg bei allen Beteiligten für die konstruktive Zusammenarbeit. Die Diskussion zum Gesetz habe gezeigt, dass sich alle intensiv mit der Frage auseinandergesetzt hätten, ob eine veränderte Zusammensetzung des Personals Auswirkungen auf die Qualität der Bildung und Betreuung in der Einrichtung haben könnte. „Der gesamte Abstimmungsprozess ist von einer großen Übereinstimmung geprägt. Vor allem freue ich mich, dass wir uns alle einig sind, dass bei der Qualität der Betreuung keine Abstriche gemacht werden dürfen und dass Personen, die keine originäre pädagogische Ausbildung haben, eine zusätzliche Qualifizierung ablegen müssen“, betonte v. Wartenberg.

Das neue Gesetz schreibt dementsprechend vor, dass Fachkräfte ohne pädagogische Ausbildung eine Qualifizierung in der Pädagogik der Kindheit und Entwicklungspsychologie im Umfang von mindestens 25 Tagen oder ein einjähriges Berufspraktikum, das von einer Fachschule für Sozialpädagogik betreut wird, absolvieren müssen. Das Kultusministerium hat in Abstimmung mit dem KVJS einen Themenkatalog für die Fortbildungen erstellt. Dazu gehören Themen wie Betriebserlaubnis, Förderauftrag in der Kindertagesbetreuung oder Kinderschutz, Bindungstheorien und Eingewöhnungskonzepte, Beobachtung und Dokumentation, Bildungs- und Entwicklungsfelder im Orientierungsplan, Arbeit mit Eltern und Inklusion. Die Fachkräfte können die Fortbildungen bei den anerkannten Trägern der Jugendhilfe durchlaufen und in bestehende Angebote aufgenommen werden.

Wissenschaftliche Evaluierung soll Qualität überprüfen

Bei den Beratungen der Gesetzesänderung waren sich alle Landtagsfraktionen darin einig, dass es sinnvoll sei, nach zwei bis vier Jahren eine wissenschaftliche Evaluation durchzuführen, um beurteilen zu können, inwieweit die angestrebte Qualitätssicherung gelungen sei. „Der Landesregierung ist es ein wichtiges Anliegen, dass Kindertageseinrichtungen auch qualitativ von den Änderungen profitieren. Deswegen werden wir wissenschaftlich überprüfen lassen, ob sich durch die veränderte Personalzusammensetzung die Qualität in den Kindertagesbetreuungseinrichtungen verbessert“, erklärte die Staatssekretärin. Sollten sich deutliche Veränderungen zeigen, müsse nachgesteuert werden.


Hinweise
Die einzelnen Schritte und Abstimmungen der Novellierung des KiTaG kann anhand Drucksache 15/3209 nachvollzogen werden.


 


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