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Grundschulen mit sport- und bewegungserzieherischem Schwerpunkt

Mehr Bewegung fördert nicht nur körperliche Ausdauer, sie verbessert auch die kognitiven Voraussetzungen für das schulische Lernen. Um dieses Wissen umzusetzen, entstand in Baden-Württemberg 2000 die Initiative "Grundschule mit sport- und bewegungserzieherischem Schwerpunkt“ (GSB). Träger ist das Kultusministerium Baden-Württemberg. Die Projektentwicklung und Betreuung der Schulen erfolgt durch das Landesinstitut für Schulsport, Schulkunst und Schulmusik Baden-Württemberg (LIS). Wichtigster Projektpartner für das Kultusministerium ist die AOK Baden-Württemberg.

Das Modellvorhaben "Grundschule mit sport- und bewegungserzieherischem Schwerpunkt" wurde im Rahmen der Schulsportoffensive des Landes Baden-Württemberg entwickelt. Ziel der Initiative ist, eine tägliche, qualifizierte Bewegungszeit beziehungsweise ein tägliche Sportstunde in den Schulalltag von Grundschulen zu integrieren. Die Entwicklung des Programms wurde wissenschaftlich begleitet durch die Institute für Sport und Sportwissenschaft der Universitäten Karlsruhe und Konstanz und das Forschungszentrum für den Schulsport und den Sport von Kindern und Jugendlichen (FoSS) in Karlsruhe.

Der Pilotversuch startete 2000 mit der Beteiligung von fünf Schulen. Diese Schulen integrierten in einer ersten Versuchsphase mindestens 200 Minuten qualifizierten Bewegungs-, Spiel- und Sportunterricht pro Woche sowie vielfältige ergänzende Bewegungsangebote wie Pausensport, bewegten Unterricht und Kooperationsmaßnahmen mit örtlichen Vereinen in ihren Schulalltag.

Im Schuljahr 2002/2003 waren bereits 100 Schulen eingebunden. 2004 erhielt die GSB-Initiative in Berlin den ersten "Deutschen Präventionspreis". Die Jury aus renommierten Wissenschaftlern und Praktikern wertete das Projekt als besonders herausragend in seinem Modellcharakter und bei der Vernetzung aller Beteiligten.

Im Schuljahr 2005/2006 begann das LIS im Auftrag des Kultusministeriums, das Projekt weiter in der Fläche umzusetzen. Hierzu wurden in den Jahren 2006 und 2007 in allen Stadt- und Landkreisen Schulleiterdienstbesprechungen durchgeführt sowie den Grund- und Sonderschulen Beratungs- und Unterstützungsmaßnahmen angeboten. Grundlage für eine Flächendeckung bot auch der Bildungsplan 2004. Im neu geschaffenen Fächerverbund "Bewegung, Spiel und Sport" fanden die Grundgedanken des GSB-Projekts eine für alle Grundschulen verbindliche Umsetzung.

Bis zum Ende des Schuljahres 2008/2009 konnten 720 Grund- und Sonderschulen mit dem Zertifikat "Grundschule mit sport- und bewegungserzieherischem Schwerpunkt" ausgezeichnet werden. Voraussetzung für das Zertifikat ist die feste Verankerung von Bewegung, Spiel und Sport in das Schulprogramm. Wie jedem Kind möglichst 200 Minuten qualifizierter Bewegungs-, Spiel- und Sportunterricht pro Woche geboten werden, ist von der Schule und den Gegebenheiten vor Ort abhängig. Eine große Rolle spielt an allen GSB-Schulen neben dem Sportunterricht die Rhythmisierung in einem bewegten Schulalltag. Dazu gehören die „Bewegte Pause“, das "Bewegte Lernen“ oder auch bewegungsgerecht gestaltete Lernräume.

Weiterführende Informationen finden Sie unter: www.kultusportal-bw.de/servlet/PB/menu/1189268/.

Autorin: Kathrin Hoffacker, Landesinstitut für Schulsport, Schulkunst und Schulmusik

Kongress zur Initiative "Weiterführende Schule mit sport- und bewegungserzieherischem Schwerpunkt (WSB)"

In den letzten Jahren haben die Erkenntnisse zugenommen, dass die positiven Ergebnisse durch mehr Bewegung im Schulalltag nicht nur für die Grundschule zutreffen, sondern auch auf die Schulzeit in weiterführenden Schulen übertragbar sind. Dabei ist die vorteilhafte Wirkung von Bewegung und Sport auf kognitive Prozesse wie Lernen und exekutive Funktionen in den Fokus gerückt. Folgerichtig müssen sich auch weiterführende Schulen im Rahmen ihrer Schulentwicklung mit dem Bewegungsgedanken beschäftigen.

Das Kultusministerium hat daher das LIS beauftragt, in den kommenden Jahren das Projekt GSB entsprechend auf die weiterführenden Schulen des Landes zu übertragen. Ab dem Schuljahr 2009/2010 entsteht deshalb im Rahmen des Gesamtkonzepts "Sport- und bewegungsfreundliche Schule" das Projekt "Weiterführende Schule mit sport- und bewegungserzieherischem Schwerpunkt“ (WSB).

Als Auftaktveranstaltung für die WSB-Initiative sowie als Informationsveranstaltung für alle Schulleitungen, Lehrkräfte, Eltern, außerschulische Bildungspartner und Interessierte veranstaltet das Landesinstitut für Schulsport, Schulkunst und Schulmusik (LIS) gemeinsam mit der AOK Baden-Württemberg einen eintägigen Kongress mit dem Titel "WSB – Schule braucht Rhythmus und Bewegung“.

Dieser Tag findet am Montag, 22. März 2010 in Ludwigsburg statt.

Für die beiden Hauptvorträge konnten Herr Prof. Dr. Ralf Laging, Sportpädagoge der Universität Marburg und Frau Dr. Sabine Kubesch, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen in Ulm (ZNL) gewonnen werden. Außerdem werden Workshops, Foren, ein Markt der Möglichkeiten sowie Mitmach-Programme vielfältige Informationen zu den Themen Rhythmisierung und Bewegung an weiterführenden Schulen liefern.

Weitere Hinweise zur WSB-Initiative, zum WSB-Kongress und zum Online-Anmeldeverfahren für die Veranstaltung und die Workshops finden Sie unter: www.lis-in-bw.de.

Autor: Franz Platz, Landesinstitut für Schulsport, Schulkunst und Schulmusik.