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Sprache fördern – Grundlagen schaffen für eine erfolgreiche Integration in die Gesellschaft

Die Beherrschung der deutschen Sprache gilt unbestritten als der entscheidende Schlüssel für eine erfolgreiche Schul- und Berufslaufbahn für Kinder und Jugendliche. Insbesondere für Schülerinnen und Schüler, deren Erstsprache nicht die deutsche Sprache ist, stellt eine fundierte Sprachkompetenz die Voraussetzung für ihre gesellschaftliche Integration und spätere politische Partizipation dar. Aber auch für deutsche Kinder mit fehlender sprachlicher Kompetenz ist die Sprachförderung in der Schule eine wichtige Komponente für den schulischen und beruflichen Erfolg.

Aufgrund der großen Bedeutung der Sprachkompetenz legt das Kultusministerium Baden-Württemberg im Rahmen der Maßnahmen zur Förderung der Integration durch Bildung besonderen Wert auf eine früh einsetzende, intensive Förderung der deutschen Sprache. Die Sprachkompetenz aller Kinder wird durch eine ganzheitlich ausgerichtete Sprachbildung bereits während der gesamten Kindergartenzeit gefördert (siehe "Orientierungsplan für die baden-württembergischen Kindergärten“). Haben Kinder darüber hinaus einen festgestellten intensiven Sprachförderbedarf, haben diese Kinder die Möglichkeit, im Rahmen des Förderprogramms "Intensive Sprachförderung im Kindergarten“ (ISK) diese zusätzlich zu erhalten.

Die schulische Sprachförderung knüpft an die vorschulische Förderung der deutschen Sprachkompetenz an. Aufgrund der verbindlichen Verankerung in den Bildungsplänen aller Schularten bildet die Aufgabe der sprachlichen Förderung aller Schülerinnen und Schüler einen zentralen Schwerpunkt in der Schule. Mit der Verwaltungsvorschrift zur Sprachförderung "Grundsätze zum Unterricht für Kinder und Jugendliche mit Sprachförderbedarf an allgemein bildenden und beruflichen Schulen", die seit dem 1. August 2008 Gültigkeit hat, wurden die Grundlagen für eine gezielte und individuelle Sprachförderung von Schülerinnen und Schülern dieser Schularten gelegt. Richtschnur ist dabei die volle schulische Integration aller Kinder und Jugendlicher. Alle Schulen sind gehalten, ein Sprachförderkonzept zu entwickeln, das neben einer gezielten Förderung eine differenzierte Sprachstandserhebung beinhaltet. Grundsätzlich gilt, dass Kinder und Jugendliche mit nichtdeutscher Herkunftssprache beziehungsweise einem Förderbedarf in Deutsch die ihrem Alter und ihrer Leistung entsprechende Klasse der für sie in Betracht kommenden Schulart besuchen sollen. Sollte dies pädagogisch nicht sinnvoll sein, ermöglicht die Verwaltungsvorschrift die Einrichtung von besonderen Fördermaßnahmen wie beispielsweise Vorbereitungsklassen und Vorbereitungskurse für Schülerinnen und Schüler mit Sprachförderbedarf.

Die Einrichtung von Vorbereitungsklassen ist ab zehn Schülerinnen und Schüler mit nicht-deutscher Herkunftssprache und ohne ausreichende Kenntnisse in Deutsch möglich. Vorbereitungskurse können ab mindestens vier Schülerinnen und Schüler mit nichtdeutscher Herkunftssprache gebildet werden. Bei einem Vorbereitungskurs handelt es sich um einen zeitlich befristeten zusätzlichen Sprachförderunterricht. Die Aufnahme von Schülerinnen und Schülern mit Erstsprache Deutsch, aber mit besonderem Förderbedarf im sprachlichen Bereich, in einen Vorbereitungskurs ist möglich. Flexible Organisationsmodelle, wie zum Beispiel zeitweilige gruppenspezifische Angebote, Sprachförderangebote im Ganztagesrhythmus und äußere Differenzierungen sind ebenfalls grundsätzlich möglich. Der Wechsel zwischen der Teilnahme am Unterricht der Regelklasse und einer Fördermaßnahme soll organisatorisch flexibel erfolgen und sich am festgestellten Förderbedarf orientieren. Die Zuweisung von Schülerinnen und Schülern in eine der besonderen Fördermaßnahmen setzt bei den Schulen eine verbindliche altersstufengemäße Sprachstandsfeststellung voraus. Dies gewährleistet eine gezielte, individuelle Förderung sowohl für Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund, als auch für Schülerinnen und Schüler mit besonderem Sprachförderbedarf.

Zur Unterstützung bei der sprachlichen Förderung von Schülerinnen und Schülern mit Deutsch als Zweitsprache im Regelunterricht oder in besonderen sprachlichen Fördermaßnahmen wurde den Schulen zu Beginn des Jahres 2010 die Handreichung "Deutsch als Zweitsprache in der Grundschule“ zur Verfügung gestellt. Sie steht im Kultusportal
(www.kultusportal-bw.de/servlet/PB/show/1262017/Deutsch_als_Zweitsprache.pdf ) zum Herunterladen zur Verfügung, kann jedoch auch als Printmedium und als CD kostenlos beim Kultusministerium bestellt werden. (Bestelladresse siehe unten). Als besondere Zielgruppe fördert Baden-Württemberg Kinder mit besonderem Sprachförderbedarf seit Ende der siebziger Jahre durch Maßnahmen der vor- und außerschulischen Hausaufgaben, Sprach- und Lernhilfe (HSL). Diese Maßnahmen zur Sprachförderung stehen für Kindergartenkinder und Schulkinder der Klassen eins bis sechs mit und ohne Migrationshintergrund offen.

Autorin: Sabine Hagenmüller-Gehring, Kultusministerium.

Bestelladresse:
Ministerium für Kultus, Jugend und Sport
Sabine Hagenmüller-Gehring
Schlossplatz 4
70173 Stuttgart
Telefon: 0711 279-2715
Fax: 0711 279-2840
E-Mail: sabine.hagenmueller-gehring@km.kv.bwl.de